Erstellt am 18. Mai 2016, 04:04

von Mathias Schranz

Sparkassenhäuser in Josefstadt: Pfusch am Bau?. Teilweise gravierende Mängel nach Sanierungsarbeiten festgestellt – Mieter noch immer sauer über Missstände.

Die Sparkassenhäuser in der Josefstadt könnten wieder zu einer kleineren Baustelle werden.  |  NOEN, Foto: Schranz

Schon kurz nach Sanierungs-Ende waren bei der NÖN erste Beschwerden der Mieter eingetroffen. Nicht alles schien bei den „Sparkassenhäusern“ eitel Wonne, auch bei der Stadt gingen zahlreiche Anrufe ein.

Genau vor einem Jahr im Mai gab es deswegen mit Stadtbaudirektor Manfred Korzil und FPÖ-Wohnungsstadtrat Michael Schnedlitz eine Begehung vor Ort – die NÖN berichtete. Missstände waren damals schon augenscheinlich, also wurde von der Stadt ein Gutachter bestellt, der die Vorgänge unter die Lupe nehmen sollte.

Schnedlitz verärgert: „Ein Skandal“

Jetzt liegt das Gutachten auf dem Tisch – und das offenbart teilweise gravierende Mängel. Etwa bei Fenstern, wo Dichtungen fehlen oder auch die Fensterbretter nicht richtig eingebaut wurden. Auch bei Fassade und Wärmedämmung soll laut Gutachten nicht immer korrekt gearbeitet worden sein.

Dazu bestehe der Verdacht, dass Leistungen nicht wie im Plan ausgeführt wurden. Stadtrat Schnedlitz reagiert verärgert: „Ein Skandal, dass das von der vorigen Stadtregierung so abgenommen wurde.“

Einzelbegehungen in den Wohnungen würden noch ausstehen, dazu gibt es für Schnedlitz zwei Lösungen: Entweder werden die Missstände von den Firmen behoben, oder Kosten werden teilweise rückfundiert. Falls notwendig schließt Schnedlitz auch den Gang vor Gericht nicht aus.

Ein neuerlicher Lokalaugenschein der NÖN bei den Sparkassenhäusern zeigt übrigens, dass der Zorn über die Mängel noch nicht vorüber ist: Mieter klagen über schiefe Mauern, sich ablösende Fliesen oder defekte Heizungen. Ein Mieter meint gar: „Es war eine Katastrophe, ich bin deswegen vor einem Jahr ausgezogen.“