Erstellt am 08. April 2016, 06:24

von Anna Hlawatsch

Taschengeschäft: Aus nach 110 Jahren. Taschengeschäft in der Brodtischgasse schließt Ende des Jahres nach 110 Jahren Bestand, derzeit Abverkauf.

Die verstorbene Helene Drobny und ihre Familie hatten das Taschengeschäft 110 Jahre geführt.  |  NOEN, Archiv

Bereits seit Februar dieses Jahres hat das Taschengeschäft in der Brodtischgasse 5 wieder geöffnet. Nach dem Ableben der ehemaligen Besitzerin Helene Drobny Anfang November des Vorjahres hat Karin Meschel (62) das Geschäft übernommen.

110 Jahre wurde das Geschäft von Drobnys Großmutter und dann von ihrem Vater geführt. „Sie hatte keine Kinder und es gibt keine noch lebenden Familienmitglieder“, erzählt Meschel. Meschel kannte Drobny achtundzwanzig Jahre und half jahrelang neben ihrem Zweitjob im Geschäft aus.

Aufgrund dieser Verbindung war es für sie selbstverständlich, den Laden vorübergehend weiter zu betreiben. „Ich machs gerne und es wäre ein Blödsinn, alles wegzuschmeißen“, erklärt Meschel. „Wenn ich noch jung wäre, würde ich die Wand zum Nebengeschäft durchbrechen, da war früher das Geschäft Reger drinnen. Es ist richtig urig, aber ich bin zu alt“, scherzt Meschel.

Pläne für das Geschäftslokal nach der Schließung habe sie noch keine. Derzeit gibt es einen Lagerabverkauf. Im Sommer plant Meschel zudem im Innenhof einen Flohmarkt. Fasziniert sei sie von den neuesten Wohntrends der jungen Leute, denn 70% ihrer Kunden seien junge Mädchen, die die gekauften Koffer dann schon mal als Couchtisch zweckentfremden.