Erstellt am 28. Januar 2016, 05:58

von Mathias Schranz

„Traut’s euch und lasst die Sau raus!“. In den Bands der Region Wiener Neustadt spielen nur wenige Frauen – Musikerinnen gesucht!

Musikerin Katharina Pospisil: »Ich würde mir sehr wünschen, mehr Mädchen in Bands zu sehen.«  |  NOEN, Schranz

Neun Bands treten im „Triebwerk“ im Februar auf. Bei einem Blick auf die Fotos fällt eines auf: Mädchen sind Mangelware. Warum? Die NÖN fragte bei zwei Musikerinnen aus der Region Wiener Neustadt nach.

Ina Thomann (Keyboard, Ziehharmonika) ist an Konzertabenden mit mehreren Bands of die einzige Frau auf der Bühne. „Es mangelt leider nach wie vor an Vorbildern, und gerade diese sind es, die Mädchen auf den Gedanken bringen, doch selbst eine Band zu gründen.“

In männerdominierten Bereichen würden Frauen unter Druck geraten, noch besser sein zu müssen als männliche Kollegen. „Oftmals hat man das Gefühl, Frauenbands dürfen sich keine Fehler leisten und müssen bereits von Beginn an perfekt spielen. Was bei Musikern als gewisser Mut zu einer ‚Scheiß-Drauf-Mentalität‘ geachtet wird, gilt bei Musikerinnen schnell als Nichtkönnen, Dilettantismus und Unmusikalität.“

Oft sei es auch ein Problem beim Booking, viele Booker – „leider auch weibliche“ – würden sich nicht die Mühe machen, solche „Mädchen-Bands“ zu finden.

"Schüchternheit verliert man schnell"

Bassistin Katharina Pospisil kann selbst ein Lied vom „Frauen-Problem“ singen. Seit 2010 spielte sie in der Mädchen-Band „Reizend“. „Leider wurde die Band aufgelöst, weil sich keine neuen Musikerinnen fanden. Damals war die Band schon auch gefragt, alleine weil sie die einzige Band in Wiener Neustadt war, die nur aus Mädchen bestand.“ Die Gründe dafür?

„Viele Mädchen trauen sich oft nicht, sich in so einer Männerdomäne zu beweisen. Die Gründe dafür kann ich leider nicht verstehen. Ich gebe zu, wenn man mit guten Musikern probt, fühlt man sich als Mädchen schon etwas unwohl, das habe ich bei der anderen Band gemerkt. Aber diese Schüchternheit verliert man schnell, und es kommt die Freude an der Musik. Ich würde mir sehr wünschen, mehr Mädchen in Bands zu sehen. Traut’s euch und lasst die Sau raus!“

Im Jugend- und Kulturhaus Triebwerk legt man Wert auf den „Weiblichkeitsanteil“. So standen bei der heurigen „Mäzene Gala“ zwei Singer-Songwriterinnen auf der Bühne. „Dazu gibt es Initiativen wie das Girlsrockcamp, die wir unterstützen“, sagt Chef Conrad Heßler.