Erstellt am 09. Februar 2016, 08:06

von Carina Pürer und Josef Kleinrath

Triebwerk kämpft ums Überleben: Aus zum 20er?. Für heuer konnte die Zukunft des Jugendkulturhauses Triebwerk samt Jubiläumsprogramm gesichert werden. Für 2017 ist ein Weiterbetrieb zurzeit völlig offen.

Die Verantwortlichen des Jugend - & Kulturhauses Triebwerk: Harry Steiner, Susanne Marton, Ruth Scheel, Anna Lesnik und Conrad Heßler.  |  NOEN, Franz Baldauf

Die aktuellen Sparmaßnahmen der Stadt Wiener Neustadt betreffen auch das Triebwerk massiv. Im Jubiläumsjahr 2016 hat das Kulturhaus am alten Schlachthof weiterhin geöffnet – aber mit einschneidenden Umstrukturierungen und unsicheren Aussichten für das Jahr 2017.

Im Dezember 2015 wurde das Jugend- und Kulturhaus am alten Schlachthof von ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger darüber informiert, dass die Unterstützung der Stadt für das Triebwerk um 50 Prozent gekürzt wird.

„Unter diesen Voraussetzungen hätten wir den Kulturbetrieb nicht mehr aufrechterhalten können“, hieß es am vergangenen Donnerstag im Rahmen eines Pressegesprächs, „für 2016 unterstützt daher der Bürgermeister mit 10.000 Euro aus seinem Bürgermeistergehalt das Triebwerk und versprach auch zusätzliche Gelder vom Land. Damit ist zwar das Schlimmste vorerst abgewendet, doch da sämtliche Sparpotenziale schon in den Jahren davor ausgereizt wurden, müssen wir Mitarbeiterstunden abbauen und unser Angebot zurückfahren“, befindet sich das Triebwerk rund um Bereichsleiter Conrad Heßler in einer schwierigen Phase – Umstrukturierungen stehen bevor.

„Summer Breeze“  für heuer in Gefahr

Die Vernetzungs- und Projektarbeit mit Schulen und Jugendgruppen müssen vorerst eingestellt werden, außerdem ist derzeit unsicher, ob es heuer einen Underage-Club oder auch das beliebte Summer Breeze während der Sommermonate geben wird – sehr zum Ärger der Verantwortlichen: „Wir haben volles Verständnis dafür, dass die Stadt aktuell sparen muss. Aber gerade bei Einsparungen wie hier im Triebwerk oder auch bei megafon und UVZ wird man nach einiger Zeit merken, dass ein derartiges Angebot fehlt, und man muss dann alles wieder von vorne aufbauen. Da geht viel an bereits vorhandenen Strukturen und Know-how einfach verloren“, sagt Susanne Marton, Vorstand und Geschäftsführerin des Vereins Jugend und Kultur.

„Dass wir 2016 weiter Programm machen können, verdanken wir vor allem den vielen Menschen rund ums Triebwerk, die mit Eigenengagement und persönlichem Einsatz den kulturellen Freiraum erhalten wollen“, freut sich Conny Heßler über Solidarität – so hat sich angesichts der Situation eine junge Veranstalter-Gruppe als „Active Scene“ neu formiert, die die Veranstaltungen im Triebwerk heuer organisieren und durchführen wird. Außerdem gäbe es vermehrt Unterstützung durch „fördernde Mitglieder“.

„Ob und wie wir 2017 weitermachen
können, ist derzeit leider noch unklar“

Dennoch – was die Zukunft für das Triebwerk bringt, steht derzeit noch in den Sternen. „Ob und wie wir 2017 weitermachen können, ist derzeit leider noch unklar“, so Heßler.

Eine Unklarheit, die auch ÖVP-Kulturstadtrat Franz Piribauer nicht zerstreuen kann, auch nicht will. „Im Herbst dieses Jahres findet ein großes Jugendsymposium statt, bei dem das Land überprüft, ob seine Förderschiene noch zeitgemäß ist“, erklärt er, „und die Stadt will dabei herausfinden, welche Rahmenbedingungen wir als Stadt brauchen, um eine zukunftsfähige Jugendkultur zu ermöglichen.“ Und hält fest: „Dieses Symposium ist ergebnisoffen.“

Für ihn als Kulturstadtrat sei die Jugendkultur von ganz zentraler Bedeutung, so Piribauer weiter, der auch feststellt, dass „der Verein Jugend und Kultur in Wiener Neustadt Jugendkultur mache“. Mit dem Symposium wolle die Stadt ausloten, was künftig wichtig sei, die Stadt wolle sich in der Jugendkultur stärker einbringen und diese „mit einem guten Zukunftsblick“ neu aufstellen.

Wie denkt ihr darüber? Stimmt ab!