Erstellt am 19. Januar 2016, 10:38

von Kristina Veraszto

Türsteher soll zugeschlagen haben: Thomas fast blind. Thomas verlor in der Herrengasse durch drei Faustschläge beinahe sein Augenlicht. Für die Verhandlung am 8. Februar werden jetzt Zeugen gesucht.

Das Bild vor der Operation.  |  NOEN, Foto: privat

Thomas, 18 Jahre alt, ist am rechten Auge zu 70 Prozent erblindet. Verursacht wurde dies angeblich durch die Faustschläge eines Türstehers in der Herrengasse. Bei der ersten Verhandlung am Landesgericht im Dezember konnten sich die Zeugen anscheinend an den Vorfall kaum noch erinnern. Es werden daher für die zweite Verhandlung dringend Passanten oder Gäste gesucht, die das Ereignis beobachtet haben.

Am 5. April 2015 um 2.25 Uhr vor dem Lokal „Sternberg“ in der Herrengasse wurde Thomas mit seinen Freunden von anderen Gästen angerempelt. Mehrere Türsteher umliegender Lokale griffen ein. Einer von ihnen hielt einen Freund von Thomas fest, bis die andere Gruppe sich entfernte.

Der damals 17-jährige Thomas versuchte, seinen Freund zu beruhigen und aus dem Griff des Türstehers zu befreien, um ihn nach Hause zu bringen. „Ich wollte ihn einfach nur heimbringen“, so Thomas. Angeblich erhielt er dabei von einem anderen Türsteher drei Faustschläge auf das rechte Auge. Der Schwerverletzte alarmierte sofort die Polizei.

Nur mehr 30 Prozent Sehkraft 

Mit Kopfschmerzen, Übelkeit und starkem Sehverlust begab sich Thomas in Begleitung ins Krankenhaus Wiener Neustadt. Bluterguss im Auge, Risse und Quetschwunden wurden festgestellt. Bei der Kontrolle drei Tage später wurde ein lochförmiger Netzhautriss diagnostiziert. Aus Angst vor Erblindung suchte Thomas einen Augenspezialisten in Baden auf, der nur mehr unter 10 Prozent Sehkraft am rechten Auge feststellte und ihn sofort zwecks einer Operation in das AKH Wien überwies.

Nach dem letzten Stand der Untersuchungen wird Thomas sein ganzes Leben lang nur mehr 30 Prozent Sehkraft am rechten Auge behalten. Laut Thomas’ Rechtsanwalt Jakob Hütthaler-Brandauer sagte der Türsteher vor Gericht aus, Thomas hätte die Schläge auf das Auge während der Stänkerei von jemand anderem erhalten. Da sich die anderen Zeugen daran nicht erinnern konnten, werden neue Zeugen gesucht. Die Verhandlung wurde auf 8. Februar vertagt.