Erstellt am 23. März 2016, 04:04

von Tina Jedlicka

Überfall auf Wettbüro wegen Spielschulden. Wegen Spielschulden überfiel Eggendorfer Wettlokal in Wiener Neustadt. Auch Diebstahl in Bank wird ihm vorgeworfen.

Dieses Wettlokal in der Stadionstraße hatte der Eggendorfer überfallen - wurde dabei aber festgenommen.  |  NOEN, Franz Baldauf

"Den Raub habe ich begangen, das war ein Fehler. Es tut mir leid. Aber ich habe keine Gewalt dabei angewendet. Die 21.000 Euro habe ich aber nicht gestohlen, sonst hätte ich ja den Raub nicht machen müssen“, argumentierte ein 30-jähriger Eggendorfer bei seinem Prozess.

Beim Raub soll er laut Staatsanwalt Markus Bauer jedoch Gewalt angedroht haben: „Er hat seinem Opfer ein Messer angehalten und Geld gefordert.“ Groß war der Erfolg nicht: Das Opfer hatte lediglich Zigarettengeld und Zigaretten. „Das Bargeld ist versperrt. Wenn jemand gewinnt, kommt mein Chef und zahlt das Geld aus“, so der Angestellte.

Allerdings kam der Räuber nicht weit, er wurde unmittelbar nach dem Überfall von der Polizei verhaftet. Er war vom Wettbüro-Mitarbeiter überlistet und eingesperrt worden. Der Eggendorfer erklärte, in Wettbüros viel Geld verspielt zu haben und deshalb in einer finanziellen Misere gelandet zu sein. Er habe sich von einem Bekannten eines Freundes Geld geliehen, aber auch das verspielt.

21.000 Euro aus Tresorraum geklaut

Ein Monat zuvor war der 30-Jährige schon einmal ins Visier der Ermittler geraten, da nach der Mittagspause in einer Bank in Theresienfeld 21.000 Euro aus dem Tresorraum fehlten. Der Raum war von den Bankmitarbeitern wohl unversperrt gelassen worden. Zwei der Überwachungskameras waren auch ohne ersichtlichen Grund ausgefallen.

Der Angeklagte war just in dieser Zeit in der Bankfiliale, um 40 Euro zu beheben. „Wer ist so blöd und hebt mit seiner Bankomatkarte 40 Euro ab, um dann 21.000 Euro aus dem Tresorraum zu stehlen, wo er doch dann mit all seinen Daten registriert ist?“, fragte sein Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz. Der Prozess musste vertagt werden, da der Experte der Bank, der für die Videoüberwachung zuständig ist, seine Ladung wohl nicht bekommen haben dürfte.