Erstellt am 28. Juni 2016, 03:33

Missstände bei Rekruten-Ausbildung in Großmittel. Zwei Vorfälle bei Rekruten-Ausbildung, Fälle wurden von Bundesheer-Beschwerdekommission überprüft.

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Missstände bei der Rekruten-Ausbildung in der Jansa-Kaserne zeigt der Bericht der Bundesheer-Beschwerdekommission auf. Rekruten hatten sich zuvor an die Grünen gewendet, die Beschwerden wurden von Nationalrätin Tanja Windbüchler-Souschill an die Beschwerdekommission weitergeleitet. Unter anderem habe ein Gruppenkommandant beim Waffen- und Schießdienst den eingenommenen liegenden Anschlag mit dem Sturmgewehr 77 bei seiner Gruppe durch Treten gegen die Mündung der Waffe „überprüft“.

Rekrut erlitt "Cut"

Bei einem Rekruten verursachte diese Art der Überprüfung einen Schlag der Optik gegen dessen Stirnbein, wodurch er ein „Cut“ auf der Stirn erlitt, das im Krankenrevier behandelt werden musste. Der Gruppenkommandant entschuldigte sich beim betroffenen Rekruten und meldete den Vorfall. Auch ein zweiter Fall wurde aus der Jansa-Kaserne bekannt: Als Reaktion auf ein geringfügiges Fehlverhalten eines Rekruten (falsche Müllentsorgung) musste dieser auf Anordnung und im Beisein des Gruppenkommandanten mit Kampfanzug (ca. 30 kg) über einen Zeitraum von 20 Minuten am Beton robben und Laufübungen durchführen.

Grüne-Nationalrätin Tanja Windbüchler-Souschill  |  NOEN, Baldauf

Bei Anzeichen von Ermüdung wurde er vom Gruppenkommandanten am Rucksack gepackt, hochgezogen und zum Weitermachen aufgefordert. Diese gegen zwei Gruppenkommandanten und einen Zugskommandanten gerichteten Vorwürfe wurden disziplinär geahndet, die Verfahren sind abgeschlossen. Die gegen den einen Gruppenkommandanten erstattete Strafanzeige wurde durch die Staatsanwaltschaft zurückgelegt. Tanja Windbüchler-Souschill: „Gut, dass die Beschwerden überprüft wurden. Überbordende Härte hat bei der Ausbildung heutzutage nichts mehr verloren.“