Erstellt am 03. November 2015, 19:11

Freispruch für Trenkwalder jun.. 1:0 für den früheren Geschäftsführer und zweiten Finanzvorstand des damaligen "FC Trenkwalder Admira" Dienstagnachmittag am Landesgericht Wiener Neustadt:

 |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at
Nils Trenkwalder (38) ist vom Vorwurf der Steuerhinterziehung von etwa einer Million Euro freigesprochen worden. Das Urteil ist aber nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwältin keine Erklärung abgab.

Eigentlich hätte auch Richard Trenkwalder auf der Anklagebank sitzen sollen, er ist jedoch im vergangenen Sommer verstorben. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Vater als Präsident des Fußballclubs und der Filius als Geschäftsführer sollen Sponsorengelder, ohne Umsatzsteuer dafür zu bezahlen, eingenommen haben. Gleichzeitig sollen sie aber die Vorsteuer für Ausgaben geltend gemacht und so das Prinzip "ohne Umsatzsteuer gibt es keine Vorsteuer" missachtet haben.

Trenkwalder jun. bekannte sich nicht schuldig. Tatsächlich gab das Verfahren Einblick, wer bei der Admira das tatsächliche Sagen hatte, nämlich der Vater. Der Sohn, im Zivilberuf Gastronom, hatte nur nach außen hin die Rolle des Geschäftsführers inne. Auch wenn sich die Staatsanwältin über die "Ahnungslosigkeit" des Angeklagten in Finanzsachen "schockiert" zeigte, der Filius dürfte von den finanziellen Gebarungen des Fußballclubs wahrlich nicht viel mitbekommen haben bzw. darin involviert gewesen sein. "Ich habe mich auf meinen Vater verlassen ... Mein Leben ist die Theke ... Das war nicht meine Welt."

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Gerichtsvizepräsident Hans Barwitzius kam jedenfalls zu der Ansicht, dass man Trenkwalder jun. "vorsätzliches Handeln nicht nachweisen kann." Die treibende Kraft in dem Steuerwirrwarr sei der Vater gewesen, so die Urteilsbegründung. Das soll aber nicht als "Abschieden der Schuld" verstanden werden, erklärte Barwitzius.