Erstellt am 07. Januar 2016, 04:13

von Bettina Kreuter

Sperrstunde ist beim Gasthaus Kremsner. Gesundheitliche Gründe und zahlreiche Auflagenbewegten Familie Kremsner am Neujahrstag zum Aufhören.

Sieglinde Eisterer, Rudolf und Petra Kremsner am letzten Tag im Gasthaus in Weikersdorf.  |  NOEN, Kreuter

Eine Stunde vor dem offiziellen Aus sind viele der Tische in den beiden gutbeheizten Stuben noch besetzt. Es wird gegessen, getrunken und geplaudert. Nur im großen Saal sind die Sessel schon aufeinandergestellt und es ist eiskalt. Bis zu 400 Leute wurden hier zu Spitzenzeiten bewirtet.

Am Neujahrstag sperrten Rudolf und Petra Kremsner ihr Gasthaus in Weikersdorf nach über 100 Jahren zu. „Aus gesundheitlichen Gründen muss ich nun leisertreten. Als Wirt bist du rund um die Uhr im Einsatz“, erklärt Rudolf Kremsner. Er selbst steht seit 50 Jahren im Gasthaus, 2011 übergab er es an seine Tochter Petra. Der Vater unterstützt sie, wo er kann. Auch sie steht täglich bis zu 17 Stunden täglich im Gasthaus. Beim Abschied kämpft Petra Kremsner mit den Tränen.

„Politiker erfinden immer neue Auflagen, Bestimmungen und Gesetze, die verhindern, dass fleißige und engagierte Kleinbetriebe erfolgreich arbeiten können“, bringt Rudolf Kremsner es auf den Punkt, warum es für ihn nicht möglich ist, weiterzumachen. Als einen Punkt nennt Petra Kremsner die Registrierkassenpflicht. Daher sei es jetzt an der Zeit, der veränderten Situation ins Auge zu sehen und Abschied zu nehmen. Rudolf Kremsner möchte jetzt mehr Urlaub machen: „Dazu bin ich in den vergangenen 50 Jahren nicht gekommen.“

„Das Gasthaus Kremsner ist sehr prägend für Weikersdorf. Die Schließung ist ein großer Verlust für unseren Ort“, meint ÖVP-Bürgermeister Manfred Rottensteiner, für den das Ende des Traditionsbetriebes überraschend kam.