Wiener Neustadt

Erstellt am 22. April 2017, 02:45

von Mathias Schranz

Anabolika beschlagnahmt: „Kein Auftritt ohne Stoff“. Sportnahrungs-Experte aus Wiener Neustadt soll auch verbotene Substanzen verkauft haben. Mit der NÖN sprach er über den Vorfall – ohne Blatt vor dem Mund.

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Die Vorwürfe gegen den Besitzer eines Sportnahrungs-Geschäfts sind schwerwiegend: Er soll verbotene Anabolika, Hormone und Stimulanzien verkauft haben. Bei einer Hausdurchsuchung sowie in seinem Geschäft sind laut Polizei 5.500 Tabletten und Ampullen sichergestellt worden.

Im Gespräch mit der NÖN sieht der Beschuldigte die Sache nicht so dramatisch. Dass er Anabolika & Co. im Internet bestellt hat, daraus macht er keinen Hehl. „Es war für den Eigengebrauch. Ich wollte 2018 auf die Bühne, bei Bodybuilding-Wettbewerben teilnehmen. Und ohne Stoff ist ein Bühnenauftritt einfach nicht möglich, das machen doch alle“, nimmt sich der Mann kein Blatt vor den Mund. In der Vorbereitung für so einen Wettbewerb müsste er über 10 Tabletten pro Tag nehmen, dazu kommen Ampullen, „da kommt schon was zusammen“, meint er.

"Ich habe dort auch nichts versteckt"

Fast alles hätte man bei ihm zu Hause gefunden, „ich habe dort auch nichts versteckt, war kooperativ, als die Polizei kam. Im Geschäft hatte ich nur das, was ich in meiner Tasche hatte. Sonst haben sie nichts im Laden gefunden, obwohl sie alles auf den Kopf gestellt haben.“

Dass die Polizei auf ihn aufmerksam wurde, sei Zufall gewesen. „Ein Mann, der öfters bei mir war, hat mich dann einmal gefragt, ob ich auch Tabletten habe. Einmal habe ich ihm etwas gegeben, ich habe aber nicht gewusst, dass er Drogendealer ist und von der Polizei beschattet wird.“ Dass er an ihn verkauft hat, sei ein Fehler gewesen, „als er danach noch zweimal größere Mengen wollte, habe ich abgelehnt.

Ich brauche das Zeug ja selber, und es ist schwer genug zu bekommen.“ Ob er selbst mit Anabolika und Co. Schluss machen wird, war im NÖN-Gespräch noch nicht klar – allerdings mache sich auch seine Frau Sorgen um ihn, denn die wisse, was los ist. Dass sein Fall vor Gericht endet, ist ihm bewusst: „Ich werde sehen, was mein Urteil ist. Mehr kann ich nicht machen.“