Wiener Neustadt

Erstellt am 30. August 2016, 05:30

von Josef Kleinrath

Bildung als Herausforderung: Angebot erweitert. Platzbedarf und Sprachprobleme als größte Herausforderung für Schulen und Kindergärten der Stadt.

Mag. Rainer Mock (Geschäftsbereichsleiter "Gesellschaft, Soziales und Sport"), Kindergarteninspektorin Gertrude Taschner, Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger, Erster Vizebürgermeister Bildungsstadtrat Dr. Christian Stocker, Susanne Dutter (Projekt Begabtenförderung) und Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan.  |  Stadt Wiener Neustadt/Pürer

Der hohe Migrationsanteil bereitet in den Wiener Neustädter Kindergärten und Pflichtschulen große Probleme. Verschärft wurde die an sich schon schwierige Situation durch die vielen Asylwerber, die seit dem Vorjahr auch in Wiener Neustadt angekommen sind. So sind unter den 17 Landeskindergärten acht mit einem Migrationsanteil von über 50 Prozent, weitere acht haben einen Migrationsanteil von 35 bis 49 Prozent.

Ähnlich das Bild in den Schulen: Von den acht Volksschulen liegen nur die neue VS im Föhrenwald sowie die VS Pestalozzi unter 35 Prozent Migrationsanteil, zwei liegen zwischen 35 und 49, die anderen fünf bereits über 50 Prozent. Dazu kommen 40 Asylwerber-Kinder in den Kindergärten, 92 asylberechtigte Kinder kommen in die Volksschule. „Das größte Problem haben wir im türkischen Bereich“, weiß ÖVP-Schulstadtrat Christian Stocker, der appelliert: „Wenn Engagement und guter Wille auch von den Eltern vorhanden sind, gibt es auch Erfolge.“ Die Stadt sei aber an die Grenzen der Infrastruktur gestoßen.

Neue Kindergärten werden gebaut

Zwar sei es heuer möglich gewesen, allen Kindern, die sich im Jänner für Kindergartenplätze angemeldet haben, auch einen Platz zuweisen zu können, aber die Kindergärten platzen aus allen Nähten. Deshalb wird es neun neue Gruppen geben: Eine im Kindergarten in der Reyergasse, eine Tagesbetreuungseinrichtung in der Heideansiedlung (fertig Anfang 2017), ein viergruppiger Kindergarten wird am Stadtheim-Areal gebaut, ein dreigruppiger in der Luchspergergasse. Für die beiden letzten Projekte wird im September im Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss gefasst.

Was die Sprache anlangt, wird im Kindergarten auf die 31 interkulturellen Mitarbeiter gesetzt, in den Kindergärten Josefstadt, Reyergasse, Otto Glöckel und Porscheviertel wird ein Schwerpunkt interkulturelle Pädagogik gesetzt, die Kooperationen mit den Schulen werden verstärkt. Weiters werden elementare musikalische Früherziehung (Habetin, Anemonensee) und tiergestützte Pädagogik (Ungarviertel) angeboten.

Zwölf zusätzliche Dienstposten

In den Pflichtschulen wurden zwölf zusätzliche Dienstposten genehmigt, um den zusätzlichen Bedarf wegen der vielen Asylwerber-Kinder im Pflichtschulbereich abzudecken. Derzeit werde wegen des enorm erhöhten Platzbedarfs über einen idealen Standort für zusätzliche Schulen nachgedacht. Darüber hinaus wird weiter großes Augenmerk auf das Erlernen der deutschen Sprache gelegt, erklärt Schulstadtrat Stocker.

Und ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger legt nach: „Es kann nicht sein, dass Kinder über die Ferien Deutsch verlernen.“ Hier müsse man sich „an unsere Regeln halten“. Wie wichtig die deutsche Sprache ist, untermauert Schneeberger: „Wir haben mit 10,7 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit in Niederösterreich. Und 45 Prozent der Arbeitslosen in der Stadt haben einen Migrationshintergrund.“