Erstellt am 28. September 2015, 08:14

von Josef Kleinrath

„Frühlings-Wies’n“ auf Standort-Suche. Auch nach mehreren Interventionen bleibt das Stift Neukloster dabei: Garten wird nicht für 10-Tages-Fest geöffnet.

Ein Blick auf das Neukloster (links im Hintergrund die MilAk) vom Ungargassen-Parkdeck: Hier wird es nach der Absage keine »Wies'n« geben.  |  NOEN, Foto: Schranz

Innenstadt-Gastronom Christian Spritzendorfer plant gemeinsam mit Machern der Wiener Wies’n eine Wiener Neustädter Frühlings-Wies’n. Diese soll vom 25. Mai bis 5. Juni dauern. „Hauptaugenmerk liegt auf dem Brauchtum Niederösterreichs, versichert Spritzendorfer. So sollen Schmankerl aus ganz Niederösterreich präsentiert werden. Ein großes Festzelt, eine „Neukloster-Alm“, Maibaumkraxln, Fensterln, Brauchtumsgruppen und auch ein umfangreiches Kinderprogramm soll es geben.

Von einem müssen sich Spritzendorfer und Co. allerdings schon jetzt verabschieden: vom ursprünglich geplanten Standort, dem Neuklostergarten. Pater Walter, Prior des Stiftes, bleibt auch nach Interventionen von höchster Stadtstelle bei seinem kategorischen Nein: „Der Plan war mit uns nicht abgesprochen, für mich und das Stift ist fix: Bei uns findet das nicht statt.“

Ihn stört auch, dass das Fest zeitgleich mit dem Domheurigen zu Fronleichnam beginnen soll. Außerdem würden „Streichelzoo und Fensterln nicht so richtig ins Neukloster passen“, kann Pater Walter dem Fest wenig abgewinnen.

Einnahmensausfälle kompensieren?

Keine Freude hat auch Dompropst Karl Pichelbauer mit der geplanten Wies’n: „Ein anderer Termin wäre mir lieber. Aber verbieten kann ich’s nicht.“ Groß ist der Ärger übrigens auch beim Pfarrgemeinderat der Dompfarre, weiß Pichelbauer: „Der hat sich sehr geärgert, immerhin gibt es diesen Termin seit Jahrzehnten. Die Leute ärgern sich vor allem darüber, dass gerade der Bürgermeister dieses Fest so forciert.“

Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) steht trotz des Gegenwindes weiter hinter der Wiener Neustädter Frühlings-Wies’n: „Ja, ich will das unbedingt hier haben. Denn wenn es nicht in Wiener Neustadt stattfindet, gibt es die Wies’n in einem Nachbarort.“

Für die Stadt wäre das eine tolle Veranstaltung, ist Schneeberger überzeugt, der aber das Einvernehmen mit der Dompfarre wegen des Domheurigens wünscht: „Die Veranstalter wollen unbedingt dieses Zeitfenster und haben dem Domheurigen auch schon angeboten, Einnahmensausfälle wegen der Wies’n zu kompensieren.“

Suche nach anderen Veranstaltungsorten

Was der Dompropst zwar goutiert, aber zu bedenken gibt: „Dort werden die Leute zehn Tage sitzen und saufen, bei uns geht es um die Gemeinschaft. Mir ist wichtig, dass die Prozession nicht beeinträchtigt wird und wir werden unseren Domheurigen durchführen und das durchstehen.“

Die Veranstalter sind nun auf der Suche nach anderen Veranstaltungsorten – Varianten wie der Sportplatz Neuklosterwiese, über den die Stadt verfügen kann, oder der Stadtpark sind aus verschiedenen Gründen bereits ausgeschieden. Spritzendorfer ist allerdings überzeugt, das die Frühlings-Wies’n im nächsten Jahr in Wiener Neustadt stattfinden wird.