Erstellt am 16. November 2015, 12:15

von Tina Jedlicka

Haftstrafen für jugendliche Räuber. Vier junge Männer wurden am Landesgericht Wiener Neustadt zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und sieben Jahren verurteilt (nicht rechtskräftig). Opfer auf einem Auge erblindet!

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Die Männer hatten in der Silvesternacht den Wiener Neustädter Herbert Sporenberger vor dessen Haus in der Innenstadt ausgeraubt, auf ihn eingeschlagen und hingetreten. „Ich habe sie gefragt, ob sie mich umbringen wollen“, erinnerte sich der Mann beim Prozess.

Er sei zunächst mit den jungen Männern ins Gespräch gekommen als er am Heimweg von der Innenstadt war. Aus einem freundlichen Gespräch wurde dann aber plötzlich bitterer Ernst. Ohne mit der Wimper zu zucken traten die jungen Männer brutal auf ihn ein. Die Beute, ein wenig Geld, war nicht nennenswert.

Täter zeigten keine Emotionen

„Wir haben mit den Raubüberfällen aufgehört bevor wir erwischt wurden. Das hat sich nicht ausgezahlt“, zeigten die Männer auch bei ihrem Prozess bei Richter Kurt Weisgram nicht besonders viel Emotionen.
 
Nach dem ersten Verhandlungstag musste der Prozess vertagt werden: Denn das Opfer war vom Krankenhaus heimgegangen, im Glauben das Auge sei einfach angeschwollen und er werde in den nächsten Tagen, wenn die Schwellung zurück geht, wieder sehen. Doch der Mann musste schon bald herausfinden, dass es sich um mehr als ein „Veilchen“ handelte.

EmotionenDie Burschen hatten derart heftig auf ihn eingetreten, dass sein Augapfel aufgesprungen ist. Beim zweiten Verhandlungstag bestätigten die medizinischen Sachverständigen, dass ein Verbleiben im Krankenhaus nichts an der Verletzung und den schwerwiegenden Folgen geändert hätte. Es sei weiterhin noch nicht sicher, ob der Mann sein Auge behalten könne oder ob dies durch ein Glasauge ersetzt werden müsse. An der Erblindung hätte ein längerer, früherer Krankenhausbesuch somit nichts geändert.