Erstellt am 26. Januar 2016, 16:03

von Tina Jedlicka

Wiener Neustadt: Köche bestahlen Wirt. In Wiener Neustädter Restaurant wirtschafteten vier ungarische Köche in die eigene Tasche. Wirt engagierte daraufhin Privatdetektiv - Straftaten wurden auf Video aufgenommen.

 |  NOEN, Symbolbild

Vier ungarische Köche mussten sich am Mittwoch den Platz auf der Anklagebank des Landesgerichts Wiener Neustadt teilen. Die Männer sollen in dem Wiener Neustädter Restaurant, in dem sie tätig waren, gestohlen haben. Gewerbsmäßiger, schwerer Diebstahl lautete der Vorwurf. Der Wiener Neustädter Restaurant-Besitzer hatte, nachdem ihm einige Ungereimtheiten bei der Abrechnung aufgefallen waren, einen Privatdetektiv engagiert.

Kameras wurden installiert und mit den Tagesabrechnungen und den exakten Bons verglichen. Die Auswertungen wurden an das Gericht weitergeleitet. „Ich konnte es gar nicht glauben, dass mir so etwas passiert“, zeigte sich der Restaurant-Chef entsetzt. Er habe ihnen klare Richtlinien gegeben, dass diese nicht eingehalten wurden, habe er nicht vermutet.

"Da darf man keine Ausnahmen
machen, sonst tun das alle"

„Sie durften das Tagesmenü essen und Soda beziehungsweise Getränke aus großen Flaschen trinken, nicht jedoch aus den kleinen Glasflaschen. Die waren ausschließlich für den Verkauf gedacht. Mitnehmen von Lebensmitteln, die nicht verwendet wurden, war ebenfalls nicht erlaubt“, erklärte der Mann weiter.

Rindfleisch sei im Einkauf so teuer, dass es von den Köchen nicht selbst konsumiert werden durfte. „Ich habe einen anderen Koch einmal bei der Zubereitung eines Steaks für das Personal erwischt, beim zweiten Mal wurde er gefeuert. Da darf man keine Ausnahmen machen, sonst tun das alle“, erläuterte der Mann weiter.

240.000 Euro Schaden?

Er habe den Schaden hochgerechnet, der ihm durch fehlendes Bonieren von Getränken und Gerichten sowie der Mitnahme von Lebensmitteln entstanden sei. Das Ergebnis löste Erstaunen aus: 240.000 Euro Schaden habe er in zwei Jahren durch das Verhalten der Köche erlitten.

Die Videos wurden beim Prozess teilweise vorgespielt und mit den Auswertungen des Kassa-Systems verglichen. Richter Gerald Grafl verurteilte die Männer (nicht rechtskräftig) wegen einfachen Diebstahls zu bedingten Strafen. Der gewerbsmäßige, schwere Diebstahl in dem Rahmen der Anklage sei jedoch nicht nachweisbar gewesen.