Erstellt am 28. April 2016, 05:14

von Tina Jedlicka

Raketen zu Hause. Waffensammler hatte Boden-Luft-Raketen, Kanonen und Maschinengewehre in seiner Wohnung in Wiener Neustadt gehortet.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Manche sammeln Briefmarken, andere Eisenbahnen. Einem Wiener Neustädter wurde seine ungewöhnliche Sammelleidenschaft zum Verhängnis – er sammelt Waffen aller Art. Dabei handelt es sich aber nicht nur um handliche Modelle wie Pistolen oder Ähnliches.

Der Mann hat in seiner Wohnung in Wiener Neustadt Maschinengewehre, -pistolen, -kanonen sowie Boden-Luft-Raketen und vieles mehr gesammelt. Als der 34-Jährige Boden-Luft-Raketen per Post in die USA verkaufen wollte, schalteten sich die Behörden ein. Der Mann wurde wegen des Vergehens nach dem Kriegsmaterialiengesetz und dem Waffengesetz angeklagt.

„Die Waffen, die gefunden wurden, füllen einen ganzen Klein-Lkw“, zeigte sich Staatsanwältin Gunda Ebhart beim Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt schockiert. Der Angeklagte bekannte sich jedoch nicht schuldig. „Ich habe die Waffen nur als Zusatz für die Uniformen-Sammlung gekauft“, meinte er.

Prozess wurde vertagt

Ganz nach dem Motto: Die passende Waffe zu jeder Uniform. Bei jedem Kauf seiner Sammlerobjekte habe er nachgefragt, ob das auch legal sei. Dass das Waffengesetz jedoch geändert wurde, habe er wohl verschlafen und sich damit die Anklage eingehandelt. Waffengutachter Anton Eder erklärte, dass die Verschlüsse und die Läufe der Maschinenkanonen, vier Boden-Luft-Raketen und der Lauf eines MG42 Gewehres nicht gesetzeskonform deaktiviert gewesen seien.

Das ließ der Angeklagte so nicht auf sich sitzen. Beamte des Verfassungsschutzes hätten seine Wohnung bereits durchsucht, alle Waffen besichtigt und diese als unbedenklichen Schrott eingestuft. Der Prozess wurde vertagt, weitere Zeugen sollen geladen werden.