Wiener Neustadt

Erstellt am 18. Oktober 2016, 06:25

von Tina Jedlicka

Schwester in Sexfilm: Nachspiel vor Gericht. Brüderpaar wollte Schwester rächen und ging auf ihren Ex-Liebhaber mit Baseballschläger los. Dafür kamen sie vor Gericht.

   |  Erwin Wodicka

Zwei Burschen entdeckten im Internet ein pornografisches Video – darin zu sehen war zu ihrem Entsetzen ihre kleine Schwester. Da sie vermuteten, dass der damalige Freund der Schwester das aufgenommen hatte, wollten sie ihn zur Rede stellen.

Zu diesem Zweck luden sie ihn zu sich in die Wohnung in Wiener Neustadt ein. Doch schon vor der Wohnungstüre soll die Situation eskaliert sein. Ein Bruder und der Ex-Liebhaber sollen gerangelt haben, letzterer soll dem Bruder einen Schlag versetzt haben, der andere Bruder will ihm daraufhin zu Hilfe geeilt sein. Daraufhin sollen die Brüder einen Baseballschläger aus dem Kofferraum geholt und dem vermeintlichen Opfer auf den Oberschenkel geschlagen haben.

Ex-Liebhaber tauchte unter

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt klagte versuchte absichtliche schwere Körperverletzung an. Rechtsanwalt Christian Hirsch warf beim Prozess jedoch ein, dass die beiden die Polizei gerufen haben: „Sie haben die Polizisten sogar aufgefordert, das vermeintliche Opfer gleich einzuvernehmen, da er wohl untertauchen werde.“ Und das war dann auch der Fall.

Nach der Einvernahme verließ der junge Mann das Land und soll nun in Deutschland leben. Dort wurde er zu einer Zeugeneinvernahme in ein deutsches Gericht geladen. Am Landesgericht Wiener Neustadt wartete man bei einer Videokonferenz auf die spannende Aussage des Kronzeugen. Jedoch vergeblich. Der junge Mann war trotz zugestellter Ladung nicht bei Gericht erschienen. Die Polizeibehörden in Deutschland versuchten, ihn daraufhin an seiner Meldeadresse zu finden, doch auch hier blieb der Erfolg aus.

Der Prozess musste daraufhin vertagt werden. Der Zeuge wird von den deutschen Behörden gesucht und soll zum nächsten Termin gebracht werden. Erst dann wird der Schöffensenat über Schuld oder Unschuld der beiden angeklagten Brüder, die bereits beide vorbestraft sind, urteilen.