Wiener Neustadt

Erstellt am 12. April 2017, 04:39

von Mathias Schranz

Sohn wartete 9 Stunden auf OP: Mutter sauer. Nach Missgeschick beim Fußballspielen musste Fabio lange auf OP warten. Spital: „Mehrere Akutfälle an diesem Tag.“

Autsch! Der Bruch von Elle und Speiche ist hier klar erkennbar.  |  privat

Beim Fußballspielen in der NMS Europaschule ist es passiert: Fabio (14) brach sich den Unterarm, er wurde gegen 11.30 Uhr ins Spital eingeliefert. Dort stellte sich heraus: Elle und Speiche gebrochen, Operation notwendig.

Bis dahin sollte es aber noch eine ganze Weile dauern, was Mutter Claudia Endl sauer macht: „Dass es immer wieder Zwischen- oder Notfälle gibt, verstehe ich, aber im Endeffekt musste mein Sohn nüchtern mit einem doppelten Unterarmbruch bis 20.15 Uhr, das sind beinahe 9 Stunden, auf seine OP warten. Das ist einfach eine Frechheit und Zumutung für einen 14-Jährigen.“

Am Tag nach der Operation: Bruder Matteo führt Fabio zur Kontrolle. Bis er wieder kicken kann (Kapitän bei der U15-Mannschaft von HW Wiener Neustadt), wird es aber noch Monate dauern.  |  privat

Allerdings erwähnt sie gegenüber der NÖN auch: „Rettungssanitäter, Ärzte, Krankenschwestern und -Pfleger, also das gesamte Krankenhauspersonal, hat beste Arbeit geleistet. Aber anscheinend scheitert es an unserem ‚tollen‘ Gesundheitssystem, bei dem ständig Personal bzw. Stunden gekürzt, die Beiträge jedoch erhöht werden. Jemand, der sich hier keine Zusatzversicherung leisten kann, bleibt ein Menschen zweiter Klasse! Eigentlich traurig.“

Seitens des Krankenhauses heißt es dazu: „Am besagten Tag kam es zu einem erhöhten Patientenaufkommen. Da mehrere Akutfälle sofort operiert werden mussten, ließen sich Wartezeiten leider nicht gänzlich vermeiden und das, obwohl auf mehreren OP-Tischen, teilweise sogar bis kurz vor Mitternacht, operiert wurde. Selbstverständlich bemühen wir uns immer, alle Patientinnen und Patienten, insbesondere Kinder, möglichst zeitnahe zur versorgen.“