Erstellt am 23. September 2015, 07:52

von Josef Kleinrath

Stadtheim bleibt am gleichen Standort. Vergabe des Stadtheims an privaten Betreiber samt Erweiterung dürfte kommen – Standort soll nicht verlegt werden.

Das Traude-Dierdorf-Stadtheim soll abgegeben werden, aber am Standort bestehen bleiben.  |  NOEN, Franz Baldauf

WIENER NEUSTADT  | Die ins Auge gefasste Privatisierung des Traude-Dierdorf-Stadtheims hat für einen großen Politwirbel gesorgt. Die SPÖ hat mit einer Unterschriftenliste (initiiert von Ex-Vize Peter Geyer und Altbürgermeisterin Traude Dierdorf) versucht, Druck zu machen. Am Freitag wandte sich die SPÖ per Brief persönlich an andere im Gemeinderat vertretene Fraktionen. An Evamaria Sluka-Grabner und Wolfgang Haberler mit der Einladung, sich mit der SPÖ gemeinsam für den Verbleib des Heimes bei der Stadt zu bekennen. An die Freiheitlichen mit dem Verweis an den Wiener Spitzenkandidaten Strache, der in Wien eine Garantie abgegeben habe, Wohnungen und Betriebe nicht zu privatisieren.

Und schließlich an ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger mit der Auflistung von sieben Punkten, die dieser bei einer Privatisierung oder einem Verkauf des Stadtheimes garantieren müsse. Schneeberger war rasch mit Antworten zur Stelle. Voraus schickte der Stadtchef, dass es mittlerweile fünf Interessenten gebe, die das Traude-Dierdorf-Stadtheim übernehmen wollen und Angebote legen werden.

Übernahme aller Bediensteten

Was die Frage nach dem künftigen Standort betrifft, ist auch eine Entscheidung gefallen: Das Stadtheim wird nach eingehender Prüfung aller Möglichkeiten am Standort erweitert bzw. teilweise neu errichtet. „Wir haben uns das genau angeschaut“, erklärt Schneeberger, „das ist der beste Standort für unser Heim.“ Gesichert sei auch, dass der Name des Stadtheimes bleibe und alle Mitarbeiter und Bewohner weiterhin beschäftigt bleiben werden.

Was die anderen offenen Punkte und Forderungen der SPÖ betrifft – Beibehaltung der Anzahl der 190 Plätze, Beibehaltung der Qualität der Plätze und der besonderen Angebote, Übernahme aller bisherigen Bewohner und aller Bediensteten – ersucht Schneeberger um Verständnis, dass er dazu noch keine Antworten geben könne: „Alle diese Fragen werden wir zu lösen haben.“ Schneeberger ist jedenfalls überzeugt, dass die Abgabe kein Problem darstellen werde: „Wenn sogar der SPÖ-Gemeindevertreter-Verbandobmann sein von einem privaten Träger geführtes Stadtheim über alle Maßen lobt, sagt das alles.“