Erstellt am 02. Februar 2016, 04:58

von Josef Kleinrath

Wiener Neustadt: Streit um Stadtmauer. Bundesdenkmalamt will Umsetzung der Auflagen für Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands genau prüfen.

Es geht um Eingriffe und Veränderungen an der Stadtmauer, wie etwa die Entfernung alter Kastenfenster, deren Wiederherstellung vom Bundesdenkmalamt angeordnet wurde.  |  NOEN, privat

Die historische Bedeutung der Stadt ist mit ein Grund dafür, dass die Landesausstellung 2019 in Wiener Neustadt stattfinden wird. Die Stadtmauer ist ein sichtbares Zeugnis dieser historischen Bedeutung. Eingriffe in dieses Bauwerk werden in der Stadt mit Argusaugen beobachtet. Wie jetzt, beim Bauvorhaben eines Neudörfler Unternehmens.

Der Eigentümer einer Liegenschaft, die an die Stadtmauer grenzt, hat offenbar, wie das Bundesdenkmalamt auch festgestellt hat, Durchgänge verändert und Fenster aus Öffnungen entfernt. „Wir haben Druck gemacht und ihm die Auflagen erteilt“, erklärt Patrick Schicht vom Bundesdenkmalamt.

Umsetzung der Auflagen werden genau überprüft

Alle Fenster müssten wieder in der ursprünglichen Form hergestellt werden. Der Durchbruch dürfte schon vorhanden gewesen sein. „Wir werden die Umsetzung unserer Auflagen auch genau überprüfen“, betont Schicht und legt klar, dass die Beschädigung von Denkmälern, die, wie die Stadtmauer in diesem Bereich, im Besitz der Öffentlichkeit (in diesem Fall im Besitz der Stadt) stehen, mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren bedroht sind.

Strafverfahren gibt es für den Eigentümer jedenfalls von Seiten der Stadt. Das bestätigt Bau-, Gewerbe- und Anlagenrechts-Referatsleiter Stefan Kohlhauser: „Derzeit liegt kein Ansuchen um Baubewilligung vor. Es wurde von uns ein Baustopp verhängt, der offenbar nicht eingehalten wird.“ Seitens der Stadt seien deshalb Strafbescheide in der Höhe von mehreren tausend Euro verfügt worden.

Der Eigentümer selbst betonte in einer knappen Reaktion per Mail gegenüber der NÖN, „dass derzeit keine einzige rechtskräftige Entscheidung des Magistrates betreffend Baustopp oder Verstöße gegen Rechtsvorschriften vorliegt. Betreffend der Stadtmauer liegt hingegen für die Bauarbeiten eine Bewilligung des Bundesdenkmalamtes vor.“