Wiener Neustadt

Erstellt am 27. Juli 2016, 04:19

von Josef Kleinrath

Überraschende Wende: Uhl kauft Kainer-Häuser. Nicht die Caritas kommt beim Ankauf der Liegenschaften von Andreas Kainer in der Wiener Straße zum Zug, sondern Nachbarin und Unternehmerin Sabine Uhl.

Immobilien-Entwicklerin Sabine Uhl – hier mit ihrem Ehemann Jürgen bei der Wirtschaftspreisverleihung 2012 – hat als Nachbarin die Liegenschaften Wiener Straße 52-56 gekauft.  |  NOEN, Franz Baldauf

Der NÖN-Bericht über das Interesse der Caritas, die Objekte Wienerstraße 52-56 zu kaufen, um dort Sozialwohnungen für Menschen in Not zu errichten, hat hohe Wellen geschlagen. So hohe Wellen, dass der bisherige Eigentümer der Häuser, Andreas Kainer, sogar deswegen unter Druck gesetzt worden sein soll.

Unternehmer aus der Innenstadt haben gegenüber der NÖN ihre Bedenken geäußert, dass dort ein großes Flüchtlingsquartier entstehen könnte. Wogegen sich auch die bunte Regierung unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne ausgesprochen hat.

Das wird jetzt nicht passieren. Denn die Häuser haben einen neuen Eigentümer: Sabine Uhl hat mit einer ihrer Immobilienfirma diese Liegenschaften von Andreas Kainer gekauft. Gestern, Montag, ist der Immobiliendeal unter Dach und Fach gebracht worden, gab Uhl gegenüber der NÖN bekannt.

Insgesamt handelt es sich bei dem Areal um eine Grundfläche von 2.284 m , derzeit stehen insgesamt etwa 4.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Konkrete Pläne hat Uhl noch nicht: „Bei den Häusern handelt es sich um Liegenschaften in sehr guter Innenstadtlage. Wir werden ein gutes Projekt entwickeln, das zur Stadt passt, ähnlich dem Projekt am Baumkirchnerring.“

"Froh, dass wir jetzt die Hand drauf haben“

Der Familie Uhl, die privat selbst in der Wiener Straße lebt, war eines wichtig: „Der Kauf der Häuser war eine Entscheidung im Sinne der Anrainer der Wiener Straße, der Unternehmerschaft in der Innenstadt und im Sinne der Stadt. Wir können jetzt als Eigentümer mitgestalten bei dem, was hier passieren soll.“

Dabei betont Sabine Uhl, dass die Caritas, die ja immer noch Mieter in den Häusern ist, jedoch eine Vielzahl an Flächen derzeit nicht nutzt, gerne weiter Mieter bleiben könne. Allerdings sei gewährleistet, dass die Firma Uhl als Eigentümer einen Umbau der bisher als Büros gemieteten Flächen auf Sozialwohnungen nicht zulassen werde.

Sollten die Mietverträge seitens der Caritas aufgelöst werden, gebe es eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten, ist Sabine Uhl überzeugt: „Es könnten dann innerstädtische Kleinwohnungen entstehen, oder mit Blick auf den Fachhochschul-Campus in der Innenstadt auch Studentenwohnungen. Ich bin jedenfalls froh, dass wir jetzt die Hand drauf haben.“ Über den Kaufpreis wurde übrigens Stillschweigen vereinbart.