Wiener Neustadt

Erstellt am 19. Juli 2016, 04:28

von Mathias Schranz

Zwischenfall im Akademiebad: „Keiner hat geholfen“. Junger Mann drohte zu ertrinken, laut Schwimmerin wollte aber keiner helfen. Bad-Verantwortliche relativieren Vorfall.

Im Sportbecken des Akademiebads soll es am Sonntag vor einer Woche zu dem Zwischenfall mit dem jungen
Mann gekommen sein.
 |  NOEN, Schranz

Turbulente Szenen haben sich vor wenigen Tagen im Akademiebad ereignet: Ein junger Mann soll nur knapp einem Badeunfall entgangen sein.

Claudia Etschmaier war schockiert: „Keiner hat geholfen, alle haben nur geschaut.“
 
 |  NOEN, Foto: privat

Die Wiener Neustädterin Claudia Etschmaier schwamm gerade im Sportbecken, als der Mann – laut Etschmaier ein Asylwerber – zu ertrinken drohte. „Ich war in etwa drei Meter vom Beckenrand entfernt und begann um Hilfe zu schreien, nachdem ich nirgends den Bademeister sah. Ich gestikulierte, aber die Leute, die am Rand standen, schauten nur zu, wie dieser Mann um sein Leben kämpfte.“

Ein anderer junger Mann soll den Mann schließlich aus dem Becken gezogen haben. „Der Mann dürfte einen Krampf gehabt haben, jedenfalls hat er sich draußen das Bein gehalten“, so die Badbesucherin, die auch zugibt, dann gegenüber anderen Badegästen, die nichts unternommen haben, etwas lauter geworden zu sein: „Ich schrie die Gaffer an, warum sie nichts unternommen haben oder den Bademeister geholt haben.“

"Ich dachte, ich bin im falschen Film“

Das soll wiederum den Bademeister gestört haben: „Er hat mir gesagt, ich soll die Gäste nicht beschimpfen. Ich dachte, ich bin im falschen Film.“

Gerald Oswald, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft IFP, die für das Bad verantwortlich ist, ist der Fall bekannt. Als sich der Mann im Wasser befand – er soll laut seinen Informationen hineingestoßen worden sein – hatten die Bademeister gerade einen anderen „Einsatz“: „Es gab einen Raufhandel, weil sich zwei Burschen um ein Mädchen gestritten haben, da mussten die Bademeister eingreifen.“

Deswegen sei zu dem Zeitpunkt auch keiner beim Becken gewesen. Bei dem Vorfall dürften seinen Informationen nach „die Emotionen hoch gegangen sein“, im Endeffekt ist es aber keine „riesige Tragödie gewesen.“ Er sei froh, dass nichts passiert sei.

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