Erstellt am 30. Oktober 2015, 05:12

von Franz Stangl

Störche entdeckt: Aus für Windpark?. Schwarzstorchhorst im Wald bei Schwarzenbach gefunden. Umweltanwalt: „Zone wird wohl zu streichen sein.“

 |  NOEN, Uwe Zucchi (dpa)

Eine endgültige Entscheidung rund um den umstrittenen Windpark Schwarzenbach gibt es noch immer nicht. Die Realisierung wird jedoch immer unwahrscheinlicher, und sogar eine Herausnahme des Waldgebiets aus dem im Vorjahr erstellten Windzonenplan des Landes Niederösterreich rückt in greifbare Nähe.

Bereits im Jahr 2012 entstanden Pläne zur Errichtung eines Windparks in der Rotte Eggenbuch. Doch selbst grundsätzliche Befürworter „Grüner Energie“ aus Windrädern hegten bald Zweifel an diesem Standort. Inmitten eines sensiblen Waldgebiets und in unmittelbarer Entfernung zum Schutzgebiet des NATURA 2000-Gebiets„Mattersburger Hügelland“ sowie den beiden Naturparks Landseer Berge und Rosalia-Kogelberg gelegen, scheine dies kein idealer Platz für eine Industrieanlage zu sein.

Dabei ginge es weniger um die ungestörte Aussicht Einzelner, als um die Bewahrung zusammenhängender Erholungsräume für Menschen und immer rarer werdender Lebensräume für schutzwürdige Vögel.

„Dem Artenschutz ist Vorrang zu geben“

Auch nach Ansicht von Thomas Hansmann, Leiter der NÖ Umweltanwaltschaft, ist hier die Flächenwidmung „Grünland-Windkraftanlagen“ aus zwingenden artenschutzfachlichen und -rechtlichen Gründen unverträglich und kann dauerhaft nicht konsumiert werden. Hansmann: „Anrainerinnen haben heuer im Juli im Wald einen mit zwei Schwarzstorchjungen sowie dem Elternpaar bestückten Horst gefunden. Laut ,BirdLife Österreich‘ dürfen im Umkreis von zwei Kilometern um den Horst keine Windkraftanlagen errichtet werden, womit die recht kleine Zone für die Gewinnung von Windenergie zur Gänze ausscheidet.“

Hansmann weiter: „Uns ist klar, dass eine Nichtkonsumierbarkeit der Widmung für die Gemeinde und die potenzielle Betreiberin schmerzhaft ist, im gegebenen Fall ist jedoch dem Artenschutz Vorrang zu geben. Die Zone wird meiner Meinung nach anlässlich einer Novellierung des einschlägigen Sektoralen Raumordnungsprogramms zu streichen sein.“

Der Umweltanwalt würde die Glaubwürdigkeit der Energie- und Umweltpolitik durch den notwendigen Entfall der Zone gestärkt sehen: „Es wird damit deutlich, dass in NÖ Projekte nicht um jeden Preis durchgesetzt werden, sondern dass verantwortungsbewusst mit unserer Umwelt umgegangen wird.“