Erstellt am 17. November 2015, 07:08

von Mathias Schranz

Wr. Neustädter Jugend: Aus für "UVZ" & "megafon". Sowohl das Jugendzentrum „UVZ“ als auch die Jugendplattform „megafon“ werden eingestellt – großer Ärger.

FPÖ-Jugendstadtrat Michael Doc-Schnedlitz  |  NOEN, zvg

Das Jugendzentrum „UVZ“ sowie die stadteigene Jugendplattform „megafon“ (im UVZ untergebracht) sind dem Sparstift zum Opfer gefallen. Wie FPÖ-Jugendstadtrat Markus Schnedlitz im Gespräch mit der NÖN betätigt, wird der Betrieb des „Cafe UVZ“ (derzeit Donnerstag und Freitag- Nachmittag geöffnet) eingestellt.

Das „Cafe UVZ“ war im Oktober 2013 eröffnet worden, laut Magistrat hatte es im Durchschnitt pro Öffnungstag 12 Besucher. Auch der für die Wochenenden mietbare Veranstaltungsraum wird in Zukunft nicht mehr zu haben sein.

"Kosten waren einfach zu hoch!“

Schnedlitz begründet das vor allem mit den Kosten, Infrastruktur UVZ und die zwei Jugendbeauftragten mit Büro im Obergeschoß hätten der Stadt pro Jahr 288.000 Euro gekostet. Allerdings arbeite er daran, Ersatz für den Cafe-Betrieb zu suchen, die Jugendlichen zum Beispiel in Vereine unterzubringen. Mietbare Veranstaltungsräume gäbe es in der Stadt genug, so soll unter anderem das „Skyline“ in Zukunft einen Jugendtarif anbieten.

Die Jugendplattform „megafon“ wird nicht weiter bestehen, die zwei Jugendbeauftragten seien aber nicht gekündigt. Sie könnten weiterhin für die Stadt arbeiten, etwa im Kulturbereich – allerdings würden hier noch Gespräche ausstehen. Vor allem die Schließung des „UVZ“ stieß etwa auf Facebook auf heftigen Gegenwind, wo Jugendliche ihren Unmut darüber äußerten.

„Es wäre der ideale Moment gewesen, das Café weiter auszubauen und es auf eine neue Ebene zu bringen“, meint etwa der Cafe-UVZ Mitarbeiter Martin Kühnmeyer. Gäste und Mitarbeiter würden die Schließung nicht so einfach hinnehmen, kündigt er an.

Kritik zu Einsparungen von SPÖ und Grünen

Scharfe Kritik zu den Kürzungen im Jugendbereich kommt auch von der Stadt-SPÖ, sowie der Sozialistischen Jugend: „Bei Bildung und Jugendkultur einzusparen kommt für eine Gesellschaft langfristig viel teurer“, kritisiert Julia Jakob. Mit der Abschaffung der Jugendbeauftragten sowie des UVZ sei die Stadt um ein wichtiges Angebot für Jugendliche ärmer, heißt es auch seitens des Vereins „Jugend & Kultur“.

Megafon und UVZ waren wichtige Ergänzungen für den Verein, die Jugendbeauftragten hätten für die Stadt wichtige und nachhaltige Projekte wie etwa die Funparks entwickelt. Die Einsparung im Jugendbereich bedeutet für die Stadt eine notwendige Neuausrichtung der Jugendpolitik, so Grünen-Nationalrätin Tanja Windbüchler. Die Stadt brauche Angebote, wie etwa das Filmfestival „Frontale“.

„Die Kooperation mit der Volkshilfe und die damit verbundene Aufrechterhaltung des Jugendtreffs sollen unbedingt weitergeführt werden.“ Zudem setzt sie sich für eine finanzielle Absicherung des Vereins „Jugend & Kultur“ ein.


Warum haben Sie das Jugendzentrum „UVZ“ geschlossen?

NÖN: Warum haben Sie das Jugendzentrum „UVZ“ geschlossen?
Markus Schnedlitz: Infrastruktur und Jugendbeauftragte kosten der Stadt pro Jahr 288.000 Euro, es liegt vor allem an den Kosten. Ein Punkt ist auch, dass wir die Jugend in Zukunft nicht an den Stadtrand drängen sondern in die Gesellschaft integrieren wollen, etwa bei Vereinen. 

Es wird also keinen Café-Betrieb am Donnerstag und am Freitag geben, auch der Veranstaltungsraum wird nicht mehr für Feiern zu mieten sein?
Schnedlitz: Ich stehe mit Vereinen in Verbindung, um Ersatz für die Jugendlichen zu schaffen, dabei werden auch kostenlose Mitgliedschaften angeboten. Was den Veranstaltungsraum betrifft, werden die terminnahen Feiern durchgeführt werden können. Aber wir haben zahlreiche andere Räumlichkeiten in der Stadt, wie etwa das Skyline, wo es stark verbilligte Mieten für Jugendliche geben wird.
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