Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:03

von Anna Hlawatsch

Zielpunkt-Mitarbeiter über Pleite entsetzt. Mitarbeiter erfahren von Kündigung durch die Medien und blicken der Zukunft ratlos entgegen.

 |  NOEN, zVg

Die Stimmung bei Zielpunkt ist auf dem Tiefpunkt, genauso wie das Unternehmen. Verzweifelte Mitarbeiter, die über die Medien von der Schließung und der Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses erfahren, und das kurz vor Weihnachten.

So erging es gerade den 22 Zielpunktmitarbeitern in Wiener Neustadt. Weder in der Herzog-Leopold-Straße 27 noch Fischauer gasse 45-47 erhält man Informationen, wie es nun weitergehen soll. Tatsächlich sollte die Filiale in der Fischauer Gasse mit 5. Jänner geschlossen und alle Mitarbeiter auf andere Filialen aufgeteilt werden. Doch nun stehen sie vor dem Nichts.

"Werden als Saftladen beschimpft"

Hart trifft es hier jeden, von der alleinerziehenden Mutter bis zur alleinlebenden Dame ohne nähere Verwandtschaft bis zu den kurz vor der Pension stehenden Mitarbeiterinnen. „Jetzt werden wir sogar noch als Saftladen beschimpft und können uns für die leeren Regale auch noch rechtfertigen“, erzählt eine Mitarbeiterin.

Denn obwohl Zielpunkt seine Schließung erst mit Jahresende angekündigt hat, fehlt es an Ware. „Es liefert ja niemand mehr an uns. Wieso sollten sie auch, wenn wir sie nicht mehr bezahlen können“, erklärt Herzog-Leopold-Straße-Filialleiterin Dagmar Binder, „jetzt ist auch noch die Heizung kaputt, aber kommen wird niemand.“

„Ich fürchte, wir werden früher zumachen als angekündigt“, pflichtete Filialleiterin Woltron bei, „was wir noch im Lager haben, wird nicht bis Jahresende reichen.“ Besonders zynisch: In der Mitarbeiterzeitung, die vorige Woche erschienen ist, hat die Unternehmensleitung den Bediensteten noch ein schönes neues Jahr gewünscht und sich auf eine gute Zusammenarbeit 2016 gefreut.