Erstellt am 04. Dezember 2015, 05:03

von Andreas Kössl

Abfahrsignal für Bahn?. Club 598 präsentierte Machbarkeitsstudie vor Waidhofner Gemeinderäten. Grundsätzlich breite Zustimmung. Verein hat nun zwei Jahre Zeit für umsetzungsreifes Projekt.

Von Waidhofen über die Viaduktbrücke bis weiter nach Ybbsitz soll es mit der Dampflok in Zukunft wieder gehen – das wünschen sich die Bahnfreunde vom Club 598. Der Verein hat nun zwei Jahre Zeit, ein umsetzungsreifes Projekt zu erarbeiten.  |  NOEN, Piaty

Die historische Dampflokomotive Y.v.2 möchtten die Eisenbahnfreunde vom Club 598 als Tourismusbahn wieder auf den Gleisen der ehemaligen Ybbstalbahn zwischen Waidhofen und Ybbsitz fahren sehen. Aus diesem Grund haben die Mitglieder des Vereins eine Machbarkeitsstudie für ein derartiges Projekt bei der in Salzburg ansässigen Firma Geoconsult erstellen lassen. Die NÖN berichtete.

Nachdem die Machbarkeitsstudie den Ybbsitzer Mandataren bereits Anfang Oktober vorgestellt worden war, kamen kürzlich auch die Waidhofner Gemeinderäte in den Genuss einer Präsentation. UWG Gemeinderat und Club-598 Obmann Siegfried Nykodem stellte drei mögliche Varianten einer etwaigen Tourismusbahn vor. Auch die Möglichkeit eines Lückenschlusses zwischen Ederlehen und Gurhof, wo die Bahngleise ja bereits fehlen, wurde aufgezeigt.

Kulturdenkmäler entlang der Strecke

Nykodem zeigte außerdem die bisherigen Leistungen des Vereins in Bezug auf Erwerb und Erhaltung des einmaligen technischen Kulturguts der Ybbstalbahn auf und informierte über die unter Denkmalschutz stehenden baulichen Objekte entlang der Strecke.

Diese sind das Schwarzbachviadukt, der Lokalbahnhof Waidhofen, die Fischbauchbrücke in Gstadt sowie das Aufnahmegebäude und die Remise in Ybbsitz. „Die historischen Fahrzeuge und die baulichen Objekte sind ein herausragendes Beispiel österreichischer Ingenieurskunst und genialer Werksarbeit“, ist Nykodem überzeugt. Rund 2.000 unentgeltliche Arbeitsstunden pro Jahr würden von den Vereinsmitgliedern geleistet, so der Obmann.

Sollte eine Tourismusbahn realisiert werden, so könne diese von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich betrieben werden. Sinn mache eine Tourismusbahn jedoch nur, wenn sie auf der gesamten Strecke zwischen Waidhofen und Ybbsitz geführt werde.

„Das wäre für den Tourismus sowohl für Waidhofen als auch für Ybbsitz fördernd“, ist Nykodem überzeugt. So würden sich die Adventmärkte wunderbar mit der Tourismusbahn verknüpfen lassen, regt der Obmann an.

"Fahrbetrieb ist wirtschaftlich"

Elsa Zierlinger vom Club 598 berichtete anschließend von Erfahrungen mit ähnlichen Tourismusbahnen. Ein Fahrbetrieb einer derartigen Bahn sei mit 30 Fahrten pro Jahr wirtschaftlich, so Zierlinger. Die Reaktionen der Waidhofner Mandatare seien sehr positiv gewesen, zeigt sich Nykodem erfreut und fügt an: „Nicht zu vergleichen mit Ybbsitz.“ Nach der Präsentation dort stellte sich beim Club-598-Obmann nämlich Ernüchterung ein. „Es hat den Anschein, als dass man von Ybbsitzer Seite dieses Kulturerbe nicht erhalten möchte“, so Nykodem damals bitter.

„Die nächsten zwei Jahre hat der Club 598 als Projektträger nun Zeit, mit den zuständigen Behörden am Land ein umsetzungsreifes Projekt zu erarbeiten“, sagt Waidhofens Stadtchef Werner Krammer.

„Der Club 598 übernimmt die Projektträgerschaft. Der Bürgermeister hat gesagt, er werde uns in jeder erdenklichen Weise unterstützen“, freut sich Nykodem. Nun gehe es darum, Fördergeld vom Land NÖ zu lukrieren. In einem ersten Schritt möchte man im Jänner in St. Pölten vorsprechen.