Allhartsberg

Erstellt am 05. April 2017, 01:22

von Andreas Kössl

Projekte: Debatte um Zuzug. SPÖ sieht Allhartsberg zu schnell wachsen und geht bei Grundkauf nicht mit. ÖVP-Ortschef Kasser: nicht nachvollziehbar.

Allhartsberg  |  Heribert Hudler

Der Rechnungsabschluss für das Jahr 2016 stand bei der Gemeinderatssitzung in Allhartsberg am vergangenen Dienstag auf der Tagesordnung. Dabei konnten die Mandatare einen Überschuss von 308.000 Euro einstimmig absegnen. „Wir hatten keine großen Veränderungen zum Voranschlag, außer dass wir mehr eingenommen als ausgegeben haben“, freut sich Bürgermeister Anton Kasser (ÖVP).

Für Missfallen bei der SPÖ sorgte bei der Sitzung jedoch ein Grundkauf in Zentrumslage, der ebenfalls zur Beschlussfassung anstand. Dabei ging es um zwei Hektar Grund am Südhang in Allhartsberg, den sich die Gemeinde für ein künftiges Wohnprojekt sichern möchte.

„Mein Ziel ist es, dort Reihenhäuser zu bauen, weil sie vom Bodenverbrauch her interessant sind“, sagt Kasser. „Da können auf einem Grundstück doppelt so viele Leute untergebracht werden und trotzdem hat jeder einen Garten und es ist leistbar.“ Vor dem Jahr 2019 werde dieses Projekt aber sicher nicht starten, so der Bürgermeister.

SPÖ plädiert für langsamere Entwicklung

Die SPÖ stimmte dem Grundkauf jedoch nicht zu. „Wir sind für eine langsamere Weiterentwicklung des Ortes“, sagt Allhartsbergs SPÖ-Chef Roland Gruber. „Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen, es wurde viel gebaut. Dieses Wachstum verursacht aber auch Kosten bei der Infrastruktur, etwa im Schulbereich.“

Dazu komme, dass es immer weniger gelinge, die Neubürger einzugemeinden, so Gruber weiter. Dass auf den neu erworbenen Gründen mit Reihenhäusern wieder der verdichtete Wohnbau forciert werden solle, lehnt der SPÖ-Chef ab.

"Für mich ist diese Vorgangsweise ein wenig unkoordiniert.“Anton Kasser

Ortschef Kasser kann das nicht nachvollziehen. „Der Grundkauf war im Voranschlag drinnen. Da hat es auch einen einstimmigen Beschluss gegeben. Ohne jemanden kritisieren zu wollen, aber für mich ist diese Vorgangsweise ein wenig unkoordiniert.“

Die angedachten Reihenhäuser könne man sehen wie man wolle, so Kasser. Gegangen sei es bei diesem Tagesordnungspunkt aber um den Grundkauf. Dass man zu viele Reihenhäuser bauen könnte und diese irgendwann einmal keinen Abnehmer mehr finden, fürchtet der Ortschef nicht. Die Nachfrage sei ungetrübt.

Auch in Sachen Infrastruktur sieht Kasser kein Problem. „Wir bauen gerade die sechste Kindergartengruppe und sind auch bei den Schulen auf einem guten Stand. Ich mache aber nichts lieber, als eine Schulklasse oder eine Kindergartengruppe dazu zu bauen, wenn das für die Leute attraktiv ist und sie dann gerne zu uns kommen.“

Umfrage beendet

  • Wächst Allhartsberg zu schnell?