Erstellt am 09. März 2016, 10:44

von Andreas Kössl

Barrierefreie Hilfe in Not. Beratungszentrum der Caritas bietet in "Residenz Waidhofen" sechs Dienste an: Unterstützung für psychisch kranke Menschen ebenso wie Familienberatung und Hospizdienst.

Bei der Eröffnung des Caritas-Beratungszentrums: Bürgermeister Werner Krammer (Waidhofen), Anna Durstberger (Leiterin der PsychoSozialen Einrichtungen der Caritas in der Diözese), Bürgermeister Thomas Raidl (Sonntagberg), Christina Brandstetter (Koordinatorin Beratungszentrum Waidhofen), Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger, Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck, evangelischer Pfarrer Siegfried Kolck-Thudt, Dechant Herbert Döller, Bürgermeister Josef Hofmarcher (Ybbsitz) und Bürgermeister Johann Lueger (Opponitz) (v.l.).  |  NOEN, Kössl

Ende vergangenen Jahres ging die „Residenz Waidhofen“ im ehemaligen Einrichtungshaus Wenzl in Betrieb. Neben Wohnungen und Büros sowie dem Lokal „Brasserie“ befindet sich nun auch das Beratungszentrum der Caritas an der Adresse Mühlstraße 14.

Am Mittwoch der Vorwoche wurde das Caritas-Zentrum im Rahmen eines Festaktes und eines Tages der offenen Tür offiziell eröffnet. „Nun sind alle Caritas-Einrichtungen in der Diözese St. Pölten barrierefrei“, freute sich Anna Durstberger, die Leiterin der PsychoSozialen Einrichtungen der Caritas, über den neuen Standort.

Sechs Dienste in "Residenz Waidhofen"

In der „Residenz Waidhofen“ sind nun sechs verschiedene Dienste der Caritas angesiedelt und rund 40 Mitarbeiter unter einem Dach vereint. Die Mitarbeiter der einzelnen Bereiche nutzten bei der Eröffnungsfeier die Möglichkeit, ihre Tätigkeitsfelder vorzustellen.

Menschen mit psychischen Erkrankungen zu unterstützen hat sich der PsychoSoziale Dienst der Caritas zur Aufgabe gemacht. Das Angebot richtet sich an die erkrankten Personen ebenso wie an deren Angehörige und Freunde. Der Club Aktiv bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen einen fachlich begleiteten Treffpunkt in geschützter Atmosphäre, während sich das Projekt KIPKE an Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern richtet.

Ziel ist es, diese kindergerecht über die Erkrankung der Eltern aufzuklären, von Schuld, Scham und Angst zu entlasten und soziale Netzwerke zu aktivieren. Auch eine Suchtberatung bietet die Caritas in Waidhofen an. In deren Rahmen trifft sich einmal im Monat eine Gruppe von Menschen mit Alkoholproblemen. Ebenfalls im Beratungszentrum untergebracht ist die Arbeitsassistenz der Caritas. Diese unterstützt Jugendliche mit Behinderungen sowie lernschwache Schüler beim Berufseinstieg.

Familienberatung seit bereits 42 Jahren

Seit bereits 42 Jahren gibt es die Familienberatungsstelle der Caritas in Waidhofen. Unter dem Namen „Rat und Hilfe“ werden dabei Familien-, Paar- und Einzelberatungen ebenso geboten wie bäuerliche Familienberatung, Männerberatung oder Erziehungsberatung.

Der Mobile Hospizdienst der Caritas möchte schwerkranken Menschen in der letzten Lebensphase Halt geben. 15 Ehrenamtliche sind dafür im Einsatz. Und auch einen Stützpunkt für das Lerncafé „Aufschwung“, das vom Rotary Club unterstützt wird, bieten die neuen Räumlichkeiten. Die Arbeitsräume für die Kinder beider Waidhofner Mittelschulen befinden sich jedoch in der Sportmittelschule Zell.

Bürgermeister Krammer: „Ich bin sehr froh"

„Ich bin sehr froh, dass wir dieses breite und qualitätsvolle Angebot in der Stadt haben“, so Bürgermeister Werner Krammer. „Das bedeutet auch Standort- und Lebensqualität für Waidhofen.“ Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger würdigte ebenfalls die hohe fachliche Qualität der Caritas-Angebote und das gute Zusammenspiel zwischen hauptberuflichen Fachleuten und ehrenamtlichen Helfern, wie es etwa beim Mobilen Hospizdienst oder im Lerncafé der Fall ist.

Stadtpfarrer Dechant Herbert Döller und der evangelische Pfarrer Siegfried Kolck-Thudt nahmen gemeinsam die Segnung der neuen Räumlichkeiten vor und lobten die Dienstleistungen der Caritas als Beispiele für „Barrierefreiheit im Denken und Handeln“. „Unser besonderes Augenmerk gilt den verzweifelten Menschen, den depressiven, den stimmlosen, rechtlosen, besitzlosen, arbeitslosen, kranken, sterbenden und ausgegrenzten Menschen“, sagte Caritasdirektor Friedrich Schuhböck in seinen Schlussworten. „Das Beziehungsdreieck Staat – Kirche – Zivilgesellschaft funktioniert hier.“

Caritasdienste

PsychoSozialer Dienst (PSD) und Club Aktiv für Menschen mit psychischen Erkrankungen:

PSD-Sprechstunde: Donnerstag, 10 bis 11 Uhr, 07442/53420,

Beratung: Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, 07472/65544, Club Aktiv: 0676/83844391

Projekt KIPKE (Kinder psychisch kranker Eltern):

07472/65544

Arbeitsassistenz für Jugendliche mit Behinderungen sowie für lernschwache Schüler beim Berufseinstieg

Caritas-Familienberatungsstelle „Rat und Hilfe“:

07442/5342023

Mobiler Hospizdienst:

0676/83844632

Lerncafé „Aufschwung“