Erstellt am 20. Oktober 2015, 11:22

von Andreas Kössl

Bene - IVA klagt gegen Auskauf von Streubesitz. Das Hinausdrängen ("Squeeze-out") der Kleinanleger beim Büromöbelhersteller Bene hat ein Nachspiel.

Der Standort Waidhofen sei gesichert, hielten die beiden neuen Bene Eigentümer am Freitag gegenüber der APA fest.  |  NOEN, Kössl
Was Anlegerschützer Wilhelm Rasinger nach dem Hinausdrängen der Kleinaktionäre beim Waidhofner Büromöbelhersteller Bene im September gegenüber der NÖN bereits anklingen ließ, wird nun Realität. Der Interessenverband der Anleger (IVA) wird gegen die seiner Ansicht nach „äußerst unfaire Vorgangsweise“ bei Gericht eine Anfechtungsklage einbringen. Das kündigte der Verband gestern an. Der Ausschluss der Gesellschafter sei „zur Unzeit“ erfolgt, bekräftigte Anlegerschützer Rasinger einmal mehr seine Kritik an dem Squeeze-out.

Dieser war mit einer Abfindung von 1,03 Euro je Aktie im Zuge der Hauptversammlung im September mit 99,78 Prozent der Stimmen, aber unter heftigen Protesten der Kleinanleger beschlossen worden. Rasinger hatte den Preis stets als zu gering bezeichnet. Aktuell notiert Bene an der Wiener Börse bei 1,30 Euro je Papier.
Der Anlegerschützer argumentiert, dass sich nach Abschluss der Sanierung in zwei bis drei Jahren die besseren Geschäftszahlen positiv auf die Unternehmensbewertung auswirken würden. „Es ist ein Gebot der Fairness, den Streubesitz nicht zum ungünstigsten Zeitpunkt auszuschließen, sondern erst, wenn wieder eine Normalisierung eingetreten ist“, findet Rasinger.

Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) sowie Sanierer Erhard Grossnig, die im Juni 2015 mit 90,24 Prozent bei Bene eingestiegen sind, hielten bei der Hauptversammlung jedoch am sofortigen Ausschluss der Kleinaktionäre (Anteil: 9,76 Prozent) fest. Bedingung für einen Einstieg sei stets gewesen, so rasch als möglich von der Börse zu gehen, stellte Grossnigg klar