Erstellt am 10. Dezember 2015, 11:56

von APA Red

Bene veröffentlicht keine Quartalszahlen. Büromöbelhersteller Bene, der ursprünglich am Donnerstag die Ergebnisse für das dritte Quartal 2015/16 veröffentlichen wollte, wird aufgrund einer Börsengesetz-Änderung keine Quartalsberichte mehr erstellen, bestätigte das Unternehmen auf APA-Anfrage.

Bene Waidhofen  |  NOEN, Bene KB Digital
Bene beruft sich auf eine Information der Wiener Börse vom 23. November, wonach "mit dem Inkrafttreten des neuen Börsengesetzes am 26. November 2015 die Quartalsberichterstattung für börsenotierte Unternehmen entfällt. Damit setzt der österreichische Gesetzgeber die Vorschriften der EU-Transparenzrichtlinie in nationales Gesetz um".

Anhangangaben künftig nicht mehr vorgesehen

Für die börsenotierten Top-Unternehmen gelten die Quartalsberichte weiterhin, jedoch vereinfacht und in geringerem Umfang. Dazu haben sie sich gegenüber der Wiener Börse verpflichtet. So sind etwa Anhangangaben künftig nicht mehr vorgesehen.

Weiterhin gilt allgemein, dass Jahresberichte spätestens vier Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres zu veröffentlichen sind. Ab dem 1. Jänner 2020 sind alle Jahresfinanzberichte dann in einem einheitlichen elektronischen Berichtsformat zu erstellen.

Nach turbulenten Jahren samt hohen Verlusten wechselte Bene im Juni 2015 den Eigentümer. Das Unternehmen mit Sitz in Waidhofen an der Ybbs gehört seither zu über 90 Prozent Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) sowie dem Sanierer Erhard Grossnig. Für den Streubesitz (Anteil: 9,76 Prozent) segnete die Hauptversammlung im September eine Abfindung von 1,03 Euro je Aktie ab.

Doch das Hinausdrängen ("Squeeze-out") der Kleinanleger hat ein Nachspiel: Laut Mitteilung vom 4. Dezember 2015 hat der IVA-Interessenverband für Anleger beim Landesgericht St. Pölten eine Anfechtungsklage gegen Bene eingebracht. Damit wollen die Anlegerschützer die Nichtigerklärung des in der Hauptversammlung zum 7. Tagesordnungspunkt gefassten Beschlusses erreichen.

Dabei ging es um den Ausschluss der Minderheitsaktionäre. 40 Aktionäre mit 41.514 Stimmen stimmten bei der Hauptversammlung mit Nein, 7 Aktionäre mit 18.844.712 Stimmen mit Ja. "Es ist ein Gebot der Fairness, den Streubesitz nicht zum ungünstigsten Zeitpunkt auszuschließen, sondern erst, wenn wieder eine Normalisierung eingetreten ist", hatte Anlegerschützer Wilhelm Rasinger argumentiert.

Unter dem neuen Eigentümer wird Bene gerade neu aufgestellt. Dass das nicht ohne Einschnitte über die Bühne gehen wird, machte Investor Grossnigg erst kürzlich in einem Interview klar.

"Wir werden uns noch einmal von vielen Mitarbeitern trennen müssen, um die Strukturen den Umsätzen anzupassen", sagte Grossnigg dem "Industriemagazin". Bisher sei da nicht viel passiert, weil Kündigungen Geld kosteten.

Bene hat in den vergangenen Monaten schon viele Jobs gestrichen. Ende Juli beschäftigte das Unternehmen 920 Mitarbeiter, zu Jahresbeginn waren es noch fast 1.050 gewesen.

Gestern, Mittwoch, hatte Bene auch positives zu vermelden: Das Unternehmen zog Projekte in Frankreich, Dubai, Russland und UK im einstelligen Millionenbereich an Land.