Opponitz , Haidershofen , Amstetten

Erstellt am 28. November 2017, 05:35

von Hermann Knapp und Andreas Kössl

Landtagswahl 2018: Ybbstaler führt FP-Bezirksliste an. Alexander Schnabel ist Spitzenkandidat der Freiheitlichen. Seine Chance auf ein Grundmandat ist sehr gering. Auf Landesliste findet sich auch kein Kandidat aus dem Bezirk.

Bezirksvorsitzende Edith Mühlberghuber, Landesspitzenkandidat Udo Landbauer und Bezirks-Spitzenkandidat Alexander Schnabel, aus Opponitz. Foto: FPÖ  |  FPÖ

Alexander Schnabel aus Opponitz ist der Spitzenkandidat der FPÖ im Bezirk für die Landtagswahl. Der Bezirksvorstand hat das beschlossen und vom Landesparteivorstand wurde es abgesegnet. Schnabel ist Gemeinderat in Opponitz.

Dass sein Bekanntheitsgrad zu gering sein könnte, fürchtet Bezirksparteiobfrau Edith Mühlberghuber nicht. „Im Ybbstal kennen ihn sehr viele und es war der Wunsch der Mehrheit des 19-köpfigen Bezirksvorstandes, dass er diese Aufgabe übernimmt“, erklärt die Haidershofnerin.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die FPÖ ein Grundmandat erringt und Schnabel in den Landtag einzieht, ist gering: „Denn dafür wird man einen Stimmenanteil von etwa 25 Prozent brauchen. Wir hatten 2013 acht Prozent, da müssten wir also 17 Prozent zulegen“, sagt Mühlberghuber.

Das ist auch für sie eher ein Wunschdenken. „Unser Ziel ist es, an die 16 Prozent anzuknüpfen, die wir 1999 hatten“, steckt die Bezirksvorsitzende ihrer Partei erreichbare Ziele.

Bezirke ohne Mandatar bekommen Vorzug

Auch über die Landesliste wird kein Kandidat aus dem Bezirk den Einzug in den Landtag schaffen, weil sich auf den ersten 20 Plätzen gar keiner findet. „Wir haben in der Region ja mit mir eine Nationalrätin und es gibt im Land viele andere Bezirke, die keinen Abgeordneten haben. Es ist klar, dass man diesen den Vorzug gibt“, sagt Mühlberghuber.

Warum man nicht zumindest im Bezirk ein bekannteres Gesicht an die erste Stelle gereiht hat, wie etwa den Amstettner Stadtrat Bruno Weber, erklärt die Bezirksvorsitzende damit, dass es dieser selbst nicht wollte. „Ich habe Gespräche mit ihm geführt, er hat abgelehnt!“ Weber bestätigt dies. Aus beruflichen und familiären Gründen wolle er die Liste nicht anführen, zumal ja auch kein Grundmandat in Reichweite sei. „Ich werde aber versuchen, in Amstetten so viele Wähler wie möglich zu mobilisieren“, verspricht er.

Bei Nationalratswahl 362 Vorzugsstimmen

Mühlberghuber betont, dass die FPÖ mit Alexander Schnabel einen jungen und engagierten Spitzenkandidaten habe. Der 30-jährige ist auch Stellvertreter der Bezirksvorsitzenden. Den Weg in die Politik schlug Schnabel erst vor drei Jahren ein, als er für die FPÖ – damals noch als Nicht-Parteimitglied – in Opponitz für den Gemeinderat kandidierte.

Im Jänner 2015 kam die FPÖ in dem 942-Einwohner-Dorf auf zwei Mandate und Schnabel zog in den Gemeinderat ein. Da sich damals aber lediglich sein Name auf der Liste der Freiheitlichen befand, blieb das zweite freiheitliche Mandat unbesetzt.

Mittlerweile ist Schnabel auch FPÖ-Parteimitglied, ja sogar für die Landespartei als Regionalreferent für das Mostviertel hauptberuflich tätig. Von seinem Job beim Bundesheer ließ sich der Unteroffizier im Herbst 2016 karenzieren.

Zuletzt kandidierte der gelernte Elektriker bei der Nationalratswahl auf Listenplatz sieben im Wahlkreis Mostviertel und kam dabei auf 362 Vorzugsstimmen. „Mein Einstieg in die Politik hat damit zu tun, dass ich beim Bundesheer die vielen Fehlentscheidungen im Zusammenhang mit der Asylkrise 2015 mitbekommen habe“, sagt Schnabel. „Mit meiner Kandidatur für den Landtag möchte ich mich nun weiter aktiv in die politische Landschaft einbringen und das Ohr am Bürger haben.“