Amstetten , Haag

Erstellt am 31. Januar 2018, 05:00

von Hermann Knapp und Andreas Kössl

„Schöner Tag für ÖVP“: Sieg für Kasser und Hinterholzer. Jubelstimmung: Trotz eines kleinen Stimmen-Minus im Bezirk waren Parteigranden am Wahltag rundum zufrieden.

Heribert Hudler

„Das ist ein schöner Tag für die ÖVP, aber auch für mich persönlich“, erklärte eine gelöst und fröhlich wirkende Michaela Hinterholzer am Wahlabend. Nach einem kurzen, aber sehr intensiven Wahlkampf, der „uns körperlich und mental an die Grenze geführt hat“, konnte sie vor allem in ihrer Gemeinde ein sattes Plus von 6,75 Prozent einfahren. Im Ortsteil Oed allein waren es sogar zehn Prozent. „Das zeigt, dass die Leute die Arbeit, die man macht, auch anerkennen. Zugleich ist das Ergebnis aber auch ein Arbeitsauftrag für die Zukunft.“ Schon am Wahlabend war klar, dass Hinterholzer auch die nächsten fünf Jahre im Landtag vertreten sein wird.

„Der Erfolg ist auch ein Verdienst unserer Bürgermeister und Funktionäre, die tagtäglich ihr Ohr bei den Bürgern haben“, erklärte Bezirksparteiobmann Andreas Hanger.  |  NOEN

Am Montagabend kam dann die Bestätigung: Mit 7.633 Vorzugsstimmen hatte die Landtagsabgeordnete im parteiinternen Kampf um die zwei ÖVP-Bezirksmandate klar die Nase vorne. 2013 erreichte sie 7.475 Vorzugsstimmen. „Ich werde mich voll für die Region engagieren und mit großer Demut mit diesem Vertrauensbeweis umgehen.“

Ebenfalls über seinen Wiedereinzug in den Landtag durfte sich schon am Sonntagabend Anton Kasser freuen. 5.221 Vorzugsstimmen lauteten auf seinen Namen (2013 waren es 4.596).

„Es heißt zwar immer, dass es die Kategorie Dankbarkeit in der Politik nicht gibt, es gibt sie aber doch“, konstatierte der Allhartsberger. In seiner Gemeinde gelang ihm zwar nur ein kleiner Zugewinn von 0,23 Prozent, allerdings hält die ÖVP dort bei 72,01 Prozent der Stimmen. Mehr hat sie in keiner anderen Gemeinde. „Das Ergebnis ist für mich natürlich Auftrag, in den nächsten fünf Jahren mit voller Kraft für die Menschen im Bezirk zu arbeiten“, betonte Kasser.

Michlmayr kämpft sich auf Platz drei vor

Auf den dritten Platz im Vorzugsstimmenwahlkampf kämpfte sich der Haager Bürgermeister Lukas Michlmayr mit 2.944 Stimmen vor. Dieser trat schon 2013 zur Wahl an und kam damals auf 1.584 Vorzugsstimmen. In seiner Heimatstadt konnte sich Michlmayr über ein Plus von 3,34 Prozent (56,98 Prozent) freuen. „Ich bin froh, dass wir in Haag zu einem guten Gesamtergebnis im Land beitragen konnten. Ich war selber in vielen Haushalten. Die Bürger schätzen die Politik, die wir in der Gemeinde und im Land machen“, erklärte er am Wahlabend.

Bundesrat Andreas Pum erreichte mit 2.138 Vorzugsstimmen Rang vier (2013 waren es noch 4.341). Der Wahlabend brachte für ihn ein Wechselbad der Gefühle. „Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass wir im Land die absolute Mehrheit errungen haben. Wir haben mit vollem Einsatz geschafft, eine gute Stimmung auch in Stimmen umzumünzen“, sagte er. Seine persönliche politische Zukunft ist allerdings ungewiss. Ob der Bezirk Amstetten wieder ein Bundesratsmandat bekommt, wird sich erst in den nächsten Tagen entscheiden. „Wir haben ein Ergebnis von über 52 Prozent erreicht und werden daher entsprechende Signale an das Land aussenden“, versprach Bezirksparteiobmann Andreas Hanger Pum noch am Wahlabend seine Unterstützung. Dieser habe durch seinen Einsatz viel dazu beigetragen, dass die ÖVP ein so gutes Ergebnis erreicht habe.

Krammer rutscht auf Platz fünf zurück

In Pums Heimatstadt St. Valentin musste die ÖVP allerdings ein Minus von 1,65 Prozent (30,42 Prozent) hinnehmen. „Das ist damit zu erklären, dass die SPÖ-Spitzenkandidatin im Bezirk ja auch aus St. Valentin kommt. Außerdem hatte die SPÖ bei der letzten Wahl ein sehr schlechtes Ergebnis. Als Minderheit in der Stadt haben wir ein gutes Resultat gehalten“, sagt Pum.

Freuten sich über die Absolute im Land: Andreas Pum, Werner Krammer, Anton Kasser, Andreas Hanger, Michaela Hinterholzer und Lukas Michlmayr.  |  Heribert Hudler

Platz fünf im parteiinternen Rennen der ÖVP belegte der Waidhofner Bürgermeister Werner Krammer, der zum ersten Mal für den Landtag kandidierte. 2.003 Vorzugsstimmen entfielen auf ihn. Für Krammer zeigt das Wahlergebnis klar, dass sich das Vorzugsstimmenmodell der ÖVP bezahlt macht. „Die Leute wollen Personen wählen und deshalb hat die ÖVP mit ihrem Wahlmodus genau das, was der Wähler verlangt.“ Dass die Landeshauptfrau von den Wählern mit so großem Vertrauen ausgestattet worden ist, freut ihn.
Nationalrat Alois Rosenberger aus Oed bejubelte am Wahlabend ein „sensationelles Ergebnis. „Mit der Wahl haben wir vielleicht den Beginn der Ära einer Landesmutter erlebt, die Niederösterreich über längere Zeit führen wird.“

Für Bezirksparteiobmann Hanger hat die ÖVP die Wahl auch deshalb gewonnen, „weil wir uns konsequent der neuen Themen und Entwicklungen annehmen, wie zum Beispiel der Digitalisierung, aber auch nie auf unsere Wurzeln und unsere Basis vergessen. Der Erfolg ist auch ein Verdienst unserer Bürgermeister und Funktionäre.“

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