Erstellt am 03. Dezember 2015, 05:03

von Desiree Haselsteiner und Andreas Kössl

Bezirk ist an Spitze. Medianeinkommen in Amstetten um 9,6 Prozent über dem NÖ Einkommensniveau, in Waidhofen um sieben Prozent.

Bereits zum zwölften Mal in Serie darf Robert Schuster verkünden, dass laut AK-Einkommensanalyse im Bezirk Amstetten die Bestverdiener des Landes zu Hause sind. Jedoch geht die Schere zwischen Männern und Frauen weiterhin auseinander.  |  NOEN, Archiv/Knapp
Bereits zum zwölften Mal in Folge waren im Mostviertel im Jahr 2014 laut Einkommensanalyse der Arbeiterkammer die Spitzenverdiener Niederösterreichs zu Hause.

Mit einem Medianeinkommen von 2.207 Euro brutto liegt der Bezirk Amstetten dabei an oberster Stelle. Gleich dahinter folgt die Statutarstadt Waidhofen mit einem Medianeinkommen von 2.156 Euro. Auf Platz drei liegt St. Pölten-Stadt. Waidhofen konnte sich damit um einen Platz nach vor reihen – 2013 lag man beim Medianeinkommen noch hinter St. Pölten-Stadt an dritter Stelle.

Im Bezirk Amstetten bedeutet dies einen Einkommensanstieg um 0,36 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Waidhofen gar um 1,27 Prozent. Im Bezirk Amstetten liegt man somit 9,6 Prozent und in Waidhofen sieben Prozent über dem niederösterreichischen Einkommensniveau.

„Das freut mich natürlich sehr. Doch wie jedes Jahr muss ich betonen, dass dies vor allem am guten Verdienst der Beschäftigten in der Metallindustrie liegt“, erklärt Robert Schuster, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Amstetten.

Allerdings gibt es nicht nur Grund zum Jubeln. Frauen verdienten 2014 im Bezirk Amstetten nur 1.444 Euro, das sind rund 56,3 Prozent des Männereinkommens. In Waidhofen verdienten Frauen 2014 im Schnitt 1.544 Euro, das sind 60,8 Prozent des Männereinkommens.

Fraueneinkommen unter NÖ Schnitt

Im Bezirk Amstetten lag das Medianeinkommen der Frauen damit um 6,7 Prozent unter dem niederösterreichweiten Einkommensniveau, in Waidhofen um 0,3 Prozent.

Schuster erklärt sich den geringen Verdienst der Frauen dadurch, dass diese oft in Branchen mit niedrigen Kollektivverträgen tätig seien – wie etwa im Handel. „Natürlich spielt auch die Teilzeitbeschäftigung bei Frauen eine große Rolle, sei es wegen der Kinder oder weil sie keine Vollzeitstelle bekommen. Die große Einkommensschere zwischen Männern und Frauen wird sich auch künftig nicht schließen lassen,“ ist Schuster überzeugt.

Österreichweit gesehen liegt das Land NÖ bei der Einkommensanalyse nur an fünfter Stelle. Spitzenreiter ist Vorarlberg vor Oberösterreich und Wien. „Besonders durch die Nähe zum oberösterreichischen Raum und weil dort die Durchschnittsgehälter höher sind, müssen die niederösterreichischen Firmen nachziehen, um die Abwanderung der Mostviertler nach OÖ zu minimieren“, sagt Schuster.

Einkommen 2014

BEZIRK AMSTETTEN:
Arbeiter:

Frauen ................................ 1.295
Männer ............................... 2.389
Angestellte:
Frauen ................................. 1.626
Männer ............................... 3.487
Durchschnitt:
Frauen ................................ 1.444
Männer ............................... 2.565
Medianeinkommen............... 2.207

WAIDHOFEN:
Arbeiter:

Frauen ................................. 1.375
Männer ............................... 2.410
Angestellte:
Frauen ................................. 1.697
Männer ................................ 3.412
Durchschnitt:
Frauen ................................ 1.544
Männer ............................... 2.540
Medianeinkommen............... 2.156

NÖ-Schnitt gesamt: ............ 2.014

Alle Angaben brutto und in Euro
Quelle: AK-Einkommensanalyse