Erstellt am 11. April 2016, 09:44

von Doris Schleifer-Höderl

Blütenpracht für die Stadt. Waidhofens Stadtgärtner Jan Michael Fabian sorgt seit mehr als zwei Jahrzehnten für eine blühende Stadt der Türme, obwohl er selbst leugnet, einen grünen Daumen zu besitzen.

Jan Michael Fabian versteht es, aus Waidhofen ein wahres Blütenparadies zu machen. Momentan sorgen an die 10.000 Narzissen für ein unvergleichliches Bild. Foto: Doris Schleifer-Höderl  |  NOEN, Schleifer-Höderl

„Das mit dem grünen Daumen ist doch nur ein Märchen“, so Stadtgärtner Jan Michael Fabian. „Keiner hat den, das ist pures Gärtnerlatein.“ Viel mehr habe das Ganze mit Erfahrung zu tun, die man sich im Laufe der Jahre aneigne.

10.000 Narzissen und Krokusse begeisterten 2013

Was der Waidhofner Stadtgärtner hingegen nicht abstreitet, ist, dass er seine Arbeit als Berufung sieht. „Ich betrachte die Grünanlagen unserer Stadt wie meinen eigenen Garten und da habe ich einfach dafür Sorge zu tragen, dass alles gepflegt und ordentlich ist.“ Da kann man nicht widersprechen: Gerade jetzt im Frühling sprießt das Grün, Narzissen und Krokusse erfreuen das Auge an allen Ecken und Enden.

„Vor drei Jahren haben wir an die 10.000 Narzissen und noch einmal so viele Krokusse gesetzt. Das macht sich jetzt bezahlt und verleiht der Stadt ein schönes, unverwechselbares Bild“, so der Stadtgärtner. Auf die Frage, wie viele Quadratmeter Grünflächen eigentlich zu betreuen sind, meint Fabian: „Enorm viel, aber ich komme nicht dazu, genau nachzurechnen. Außerdem ist es doch egal. Hauptsache, die Leute bemerken, dass es bei uns grünt und sprießt.“

Begonnen hat für Fabian alles im Jahr 1985. „Ich habe meine Lehre als Gärtner in der Stadtgärtnerei begonnen. Sieben Jahre später folgte ich Helmuth Feigl, dem damaligen Stadtgärtner, nach.“

Seither gehört unter anderem die Planung der Grünflächengestaltung zu den vielfältigen Tätigkeiten des 47-Jährigen. „Fad wird mir nie. Daher bin ich auch froh, mit Wolfgang Kettner, der im September die Gärtner-Prüfung ablegen wird, endlich einen Kollegen an der Seite zu haben.“ Bis dato sorgte Fabian quasi im Alleingang für das Grünen der Stadt.

„Das Wichtigste, das wir haben, ist die Natur“

Fabians Ziel ist es, Waidhofen zu einer der blühendsten Städte Österreichs zu machen. Viel habe er diesbezüglich vor, verraten will er indes nicht allzu viel. „Unser Plan von der ‚kostbaren Stadt‘, wo die Bürger die Grünflächen und Gärten Waidhofens nutzen können, nimmt immer mehr Gestalt an und geht in die Umsetzungsphase“, so der Gärtner.

Die Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Schulen funktioniere bestens, wo bereits die Kleinsten den Nutzen von Gärten kennenlernen. „Die Natur ist das Wichtigste, das wir haben und man kann nie früh genug damit beginnen, Kindern beizubringen, dass nur ein korrekter Umgang mit ihr unser aller Zukunft sichert. Raubbau an der Natur rächt sich bitter.“

Und wie hält sich Waidhofens Stadtgärtner fit für all seine Vorhaben? „Ehrlich gestanden, nicht durch Sport. Dafür bin ich durch Wind und Wetter abgehärtet, weil ich ja immer draußen bin. Am liebsten habe ich es, wenn wir wieder der Hitze-Pol Österreichs sind. Ab 40 Grad im Schatten beginne ich zu frohlocken.“

In seiner Freizeit ist Fabian gerne mit seinem Oldtimer, einem Fiat 124 Spider, Baujahr 1971, unterwegs. Auch auf seiner Moto Guzzi V50 oder seiner Stone V7 kann man den Stadtgärtner oft erblicken.