Erstellt am 11. Juni 2016, 05:45

von Hermann Knapp

Glasfaser in jedem Haus. Ybbstal ist Pilotprojekt. 2017 sollen Anschlüsse aktiviert werden.

Sehen Niederösterreich beim Ausbau des Breitbandnetzes auf einem guten Weg: nöGIG-Prokurist Igor Brusic, Landtagsabgeordneter Anton Kasser, die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der ecoplus, Michaela Hinterholzer, und ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki.  |  NOEN, Foto: Knapp
Seit drei Jahren legt das Land einen Schwerpunkt auf den Ausbau des Breitbandnetzes. Mit der Gründung der nöGIG (NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft) wurde ein In-
strument geschaffen, um das ehrgeizige Ziel der Politik zu verwirklichen: Bis 2030 sollen nämlich alle Haushalte einen Glasfaseranschluss haben.

„Leistungsfähige Breitbandinfrastruktur ist eine Notwendigkeit, damit sich eine Region weiterhin positiv entwickeln kann. Firmen werden sich künftig sicher nur dort ansiedeln, wo eine schnelle Internetverbindung zum Transfer großer Datenmengen zur Verfügung steht. Es nimmt aber auch die Zahl der Bürger zu, die von zu Hause aus arbeiten“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Landesentwicklungsgesellschaft ecoplus, Michaela Hinterholzer.

Im Ybbstal läuft derzeit ein Pilotprojekt. Auf 40 Kilometern Länge werden zugleich mit den Arbeiten am Ybbstalradweg auch Glasfaserleitungen verlegt.
Die Suche nach einem neutralen Netzbetreiber läuft und soll im Juni abgeschlossen werden. Dieser wird sich dann wiederum die Dienstanbieter (A1, Tele2 etc.) ins Boot holen.

„Die Kunden werden aus einer Vielzahl an Angeboten wählen können. Dass dieses Modell funktioniert, wissen wir aus der Pilotregion im Waldviertel, wo schon Ende 2015 eine Aktivierung von ersten Anschlüssen erfolgte. Da gibt es elf Anbieter und diese Konkurrenz führt dazu, dass Haushalte und Betriebe bereits ab circa 30 Euro pro Monat in den Genuss schneller Glasfaserleitungen kommen“, sagt ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki.

30 Euro pro Monat für Glasfaseranschluss

Er hält diesen Preis auch im Ybbstal für durchaus realistisch. Im Herbst sollen die Infoveranstaltungen für die Endkunden (Private und Firmen) stattfinden. Voraussetzung für das Projekt war, dass sich 40 Prozent der Haushalte zu einem Glasfaserkabelanschluss bereit erklären. Mit einer Aktivierung der Anschlüsse im Ybbstal ist im ersten Halbjahr 2017 zu rechen.

Im Bezirk Amstetten werden derzeit überall die Voraussetzungen für den Ausbau des Glasfasernetzes geschaffen. „Wenn die Gemeinden Straßen aufgraben, dann verlegen sie auch gleich Leerrohre, in die später die Glasfaserkabel eingeblasen werden können“, berichtet ÖVP-Landtagsabgeordneter Anton Kasser. Das Material wird von der nöGIG zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde zahlt nur für die Verlegung der Rohre.
Wenn das Netz in einer Kommune groß genug ist, wird die nöGIG es übernehmen und sich wiederum einen neutralen Betreiber suchen.

Im Bezirk kommen derzeit auch schon einige Gemeinden in den Genuss einer Förderung aus der Breitbandmilliarde des Bundes. St. Peter in der Au, Allhartsberg/Sonntagberg und Ardagger haben große Projekte eingereicht, die den Vorgaben entsprechen.