Erstellt am 30. November 2015, 11:23

von Doris Schleifer-Höderl

Der Nikolo heißt Franz. Nikolaus / Der 44-jährige Ybbsitzer Franz Fuchslueger ist heuer wieder als Nikolausin Ybbsitz unterwegs und erfreut die Kinder in der Adventszeit mit kleinen Gaben. YBBSITZ / Alle zwei Jahre tauscht Franz Fuchslueger seine weiße Krankenhauskluft

Alle zwei Jahre verwandelt sich der begeisterte Pfadfinder in den heiligen Nikolaus. Fotos: privat  |  NOEN, privat

Alle zwei Jahre tauscht Franz Fuchslueger seine weiße Krankenhauskluft gegen das Gewand, den weißen Rauschebart, den Bischofsstab und die Mitra des heiligen Nikolaus.

Der diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger, der neun Jahre auf der Kinderintensivstation des SMZ-Ost in Wien eine Zusatzausbildung in Anästhesie und Intensivmedizin absolvierte, verkörpert den Bischof aus Myra mit voller Leidenschaft.

„Ich bin seit 29 Jahren Mitglied der Pfadfindergruppe Ybbsitz und bereits unter Gruppenleiter Joe Lettner als Nikolaus gegangen. Auch in Wien bin ich einmal als Nikolo auf den Kinderstationen eingesprungen“, berichtet der heute 44-Jährige der NÖN. „Damit bin ich zwar ein relativ junger Nikolaus, aber die Kinder registrieren ohnehin nicht das Alter, ihnen geht es um die Person.“

Und so ist es! Wie vielen Kindern er schon Freude am Nikolaustag bereitet hat, weiß Franz Fuchslueger, der seit elf Jahren im Landesklinikum Waidhofen arbeitet und derzeit auf der Interdisziplinären Intensivstation sowie im Herzkatheterlabor tätig ist, nicht genau.

„Es sind Unzählige. Und auch wie oft ich schon als Nikolo unterwegs war, kann ich nicht sagen. Ich wechsle mich immer mit Lukas Hofinger ab und so bin ich jedes zweite Jahr dran. Heuer ist es wieder so weit und ich habe die Ehre, den Bischof aus Myra zu geben. Lukas ist dann quasi mein Chauffeur, nächstes Jahr ist es dann wieder umgekehrt“, erzählt Fuchslueger.

Keine Krampusse als Begleitung

Immer bei den Hausbesuchen mit dabei sind auch einige Pfadfinderkinder – dafür fehlt der Krampus. „Am Marktplatz gibt es in Ybbsitz immer einen Nikolaus- und Krampus-Umzug. Alle mutigen und größeren Kinder können sich dort ein kleines Geschenk abholen. Wir als Pfadfinder wollen die Kleinen aber nicht erschrecken, deshalb gibt es bei uns keinen Krampus.“

Am 5. und 6. Dezember sind Franz Fuchslueger und die Pfadfinderkinder ab dem späten Nachmittag im Einsatz. Pro Tag werden im Schnitt zehn bis fünfzehn Familien besucht. Ein Besuch dauert je nach Wunsch und Alter der Kinder zwischen fünf und 15 Minuten. Manchmal treffen sich auch mehrere Familien in einem Haus und freuen sich auf das Erscheinen des heiligen Mannes.

x  |  NOEN, privat

Dabei erlebt man natürlich so einiges. „Bereits beim Klopfen an die Tür hört man die Kinder aufgeregt sprechen, herumhuschen und sich einen Platz suchen. Wenn ich dann den Raum betrete, sitzen alle mit großen erwartungsvollen Augen da. Die strahlenden Kinderaugen sind immer das Schönste. Einmal meinte ein kleiner Bub an seine Mama gewandt: ‚I glaub net das i was vom Nikolo krieg’, weil so brav war i grad net.‘ Das sind schon nette Erlebnisse.“

Ein anderes Mal überreichte ein Kind Franz Fuchslueger eine Zeichnung als Dankeschön. „Die habe ich noch heute.“

Brauchtum ist für Franz Fuchslueger sehr wichtig, genauso wie Vereine, Familie, Schule und Religion. „All das gibt Wurzeln und stärkt den Zusammenhalt in der Gemeinde. Lebendige Gemeinde und Gemeinschaft ist dort, wo Brauchtum gepflegt wird“, ist der Fuchslueger überzeugt. So wird der sympathische Ybbsitzer wohl noch recht lange die Kinder als Nikolaus zum Staunen bringen.


Nikolausaktion

Am Samstag, 5., und Sonntag 6. Dezember, jeweils ab 16 Uhr, findet die Nikolausaktion der Pfadfinder statt. Anmeldezettel für Hausbesuche liegen im Vorraum beim Haupteingang der Pfarrkirche Ybbsitz auf. Letzter Abgabetermin für Anmeldezettel ist Mittwoch, 2. Dezember, 18 Uhr. Infos sind bei Franz Fuchslueger, 0664/9286950, erhältlich.