Erstellt am 30. November 2015, 03:23

„Die Basilika steht und mahnt“. Dietmar Fellner über seine ganzpersönliche Beziehung zum Sonntagberg.

Der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Russland Dietmar Fellner spürt eine magische Kraft vom Sonntagberg ausgehen. Foto: privat  |  NOEN, privat

Volksschule Hollenstein in den 50er-Jahren: In meinem Lieblingsfach „Heimatkunde“ hörte ich erstmals Näheres über den Sonntagberg, von der dortigen großen Kirche und vom Baumeister Prandtauer. Bei den gelegentlichen Autofahrten mit den Eltern nach Linz oder Wien konnte ich den Sonntagberg sehen. Die Eltern vergaßen nie zu sagen: „Dort oben rechts ist der Sonntagberg.“

Später, im Stiftsgymnasium Seitenstetten, machten wir einmal im Jahr eine Klassenfahrt auf den Sonntagberg. Da wusste ich dann schon, dass die Kirche keine einfache Kirche sondern eine Basilika ist. Weiters erfuhren wir, dass an der Errichtung dieses großen Bauwerks ein zweiter Baumeister namens Josef Mungenast und der berühmte Maler Daniel Gran mitwirkten. Dass wir von Rosenau immer zu Fuß auf den Sonntagberg gehen mussten, hat mich weniger gefreut.

Heute steht sie noch immer, diese herrliche Basilika, und blickt unentwegt in das österreichische Kernland, das Mostviertel und Richtung Südwesten ins Alpenvorland. Sie schaut hinunter auf eine der verkehrsreichsten Bundesstraßen Österreichs und ringsum in eine wunderbare Landschaft, gefährdet von ausgeprägten Zersiedelungstendenzen. Aber sie steht und mahnt als schönste und erhabenste Kirche, als mächtigstes Bauwerk der Bezirke Amstetten und Scheibbs und der Stadt Waidhofen.

Man hat sie auch hin und wieder restauriert und als Wallfahrtskirche ausgepriesen. Gott sei Dank ist der Sonntagberg aber nie zu einem jener kitschigen Wallfahrtsorte geworden, an dem täglich dutzende Busse so genannte Wallfahrer ausladen.

Ich bin heute kein regelmäßiger Sonntagbergbesucher, aber wann immer ich dort bin, spüre ich eine magische Kraft, die von diesem Ort ausgeht. Komme ich heim aus fernen Landen und habe den Sonntagberg in meinem Blickfeld, weiß ich, dass ich nahe der Heimat bin.

Ad maiorem gloriam dei wurde dieses grandiose Bauwerk von unseren demütigen Vorfahren errichtet und zu einem Ort der Stille und der Einkehr gestaltet. Ja, der Sonntagberg soll und muss erhalten bleiben, als Denkmal der Verehrung Gottes in unserem christlichen Glauben. Der aufziehende Kampf der Kulturen und Religionen möge durch einen Besuch, das Gebet und Innehalten am Sonntagberg von uns abgewendet werden.

Nächster Termin

Am Samstag, 5. Dezember, stimmen die Geschwister Palmetshofer und das Bläserquartett Sonntagberg unter dem Titel „Stiller Advent“ in der Basilika auf den Advent ein. Danach findet eine Laternenwanderung rund um den Sonntagberg zum GH Lagler statt.