Erstellt am 06. Mai 2016, 05:34

von Doris Schleifer-Höderl

Die Natur entdecken. Seit 14 Jahren ist Wolfgang Mair Präsident des Verbands der Österreichischen Naturparke. 48 Parke sind unter seiner Obhut.

Wolfgang Mair möchte in Zukunft noch mehr als bisher Kindern die Bedeutung der Österreichischen Naturparke näherbringen.  |  NOEN, Schleifer-Höderl

Vor vier Jahren feierten die Österreichischen Naturparke ihr 50-jähriges Jubiläum. 1962 wurde der erste Naturpark gegründet, mittlerweile gibt es bundesweit 48 Naturparke. 22 Naturparke befinden sich alleine in Niederösterreich. Darauf ist Wolfgang Mair, Präsident des Verbands der Österreichischen Naturparke, besonders stolz: „Selbstverständlich erfüllt es mich mit Stolz, dass sich in meinem Heimatbundesland die meisten Naturparke befinden. Eine Novität ist es auch, dass sich mit dem Buchenberg, der Eisenwurzen sowie mit den Ötscher-Tormäuern gleich drei Naturparke vor den Toren Waidhofens befinden.“

Beinahe alle 48 Naturparke hat Wolfgang Mair auch schon selbst durchwandert. „Es ist jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis für mich, wenn ich die Naturparke besuche. Wir haben hier in Österreich wirklich ein Paradies, und wir sollten uns dessen auch bewusst sein.“

In Wandersaison Naturparke besuchen

Gerade jetzt, zu Beginn der Wandersaison, bietet es sich an, die Naturparke zu besuchen und entdecken. „Naturparke sind geschützte Landschaften, die vom Menschen durch schonende Landnutzung und Landschaftspflege erhalten werden“, erklärt Wolfgang Mair.

Um die Position der Österreichischen Naturparke im Rahmen der Naturschutzgesetzgebung und auch in Abgrenzung zu den unterschiedlichen Schutzgebietskategorien zu bestimmen, erarbeitete eine Koordinationsgruppe ein Strategiepapier. „Dieses Papier sieht vor, dass die heimischen Naturparke vier Funktionen zu erfüllen haben – nämlich Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung. Ein Naturpark soll demnach auch als Instrument einer integrierten nachhaltigen Regionalentwicklung dienen und Entwicklungsimpulse, etwa durch Kooperationen mit der Landwirtschaft oder dem Tourismus, schaffen“, so Mair.

Formenreichtum und Artenvielfalt zentral

Um das Prädikat „Naturpark“ erhalten zu können, müssen alle betroffenen Gemeinden zustimmen, eine weitgehend freie Zugänglichkeit gewährleistet sein sowie eine besonders naturräumliche Ausstattung mit großer Artenvielfalt und Formreichtum sowie freiwillige Mitarbeit von Einzelpersonen, Initiativen und Vereinen gegeben sein.

In Niederösterreich gibt es derzeit 51 Naturparkgemeinden, sowie neun Naturparkschulen und einen Naturparkkindergarten. Rund 125 Naturparkführer betreiben Naturvermittlung im Bundesland. Jahr für Jahr besuchen 16 Millionen Menschen die Österreichischen Naturparke, 2,4 Millionen davon die Niederösterreichischen Parke.

„Für mich ist entscheidend, dass wir in Zukunft noch mehr als bisher bereits die Kleinsten im Umgang mit der Natur vertraut machen“, so Wolfgang Mair. „In Zeiten, wo die Technik immer mehr den Alltag bestimmt, ist es unerlässlich, auf die Wichtigkeit der Natur hinzuweisen. Ich bin überzeugt davon, dass wir auf einem guten Weg sind, diese Kulturlandschaften für kommende Generationen zu bewahren.“ Wolfgang Mair möchte in Zukunft noch mehr als bisher Kindern die Bedeutung der Österreichischen Naturparke näherbringen. Schleifer-Höderl