Erstellt am 12. Mai 2016, 05:54

von Andreas Kössl

Die Natur schlägt zurück. Viertelfestival / Im Waidhofner Schillerpark realisiert Heidi Tschank unter dem Titel „Das Geheimnis der Welt“ eine Landschaftsinstallation. Die Regie übernimmt dabei aber die Natur. WAIDHOFEN / „Das Geheimnis der Welt.

»Die Natur ist stärker als der Mensch« - von dieser von Sigmund Freud abgeleiteten Prämisse geht die Künstlerin Heidi Tschank in ihren Nature-Art-Arbeiten aus. So auch im Waidhofner Schillerpark.  |  NOEN, Foto: Kössl
WAIDHOFEN | „Das Geheimnis der Welt. Expanded Fields“ nennt sich die Landschaftsin-
stallation, die Künstlerin Heidi Tschank im Rahmen des NÖ Viertelfestivals im Waidhofner Schillerpark umsetzt und die am Donnerstag, 12. Mai, eröffnet wird.

Auf die Idee, in der Stadt der Türme ein Kunstprojekt zu realisieren, ist Tschank durch die FAIRsteigerung des Weltladens Waidhofen gekommen. Bei der Veranstaltung im RIZ kamen auch zwei Bilder der Wienerin, die dem Mödlinger Künstlerbund angehört und deren Atelier sich in Stotzing im Burgenland befindet, unter den Hammer. „Bei meinem Waidhofen-Besuch damals habe ich gesehen, wie schön es hier ist, deshalb wollte ich hier kreativ werden“, sagt Tschank.

Nicht nur ungeteilte Zustimmung

Im Jahr 2005 hat die gelernte Bildhauerin und studierte Philosophin die Nature Art für sich entdeckt. Seitdem hat sie mehrere Projekte im In- und Ausland realisiert, bei der sie die Natur zum temporären Kunstwerk macht.
Für ihre Installation im Schillerpark hat Tschank Ornamente des Rasens abgetragen und so die Erde darunter bloßgelegt. „In ein paar Jahren ist das wieder zugewachsen“, sagt die Künstlerin.

„Denn letztendlich siegt die Natur.“ Wie dieser Prozess des Sich-Wieder-Aneignens durch die Natur voranschreitet, wird in regelmäßigen Intervallen fotografisch festgehalten. So auch in Waidhofen. Nach der Eröffnung diese Woche gibt es aber am 31. Juli auch eine neuerliche Begehung des Kunstwerks. Dabei soll dem Veränderungsprozess, in dem die Natur Regie führt, nachgegangen werden. Grundlage ihrer Arbeit sei ein Zitat aus Sigmund Freuds „Die Zukunft einer Illusion“, so Tschank. „Darin heißt es: ,Die Natur ist stärker als der Mensch’. Davon gehe ich aus.“

Dass ihre Nature-Art-Arbeiten nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen, ist der Künstlerin bewusst. Aber genau darum gehe es – zu reizen, herauszufordern, Auseinandersetzung zu provozieren. „Kunst macht keinen Sinn, wenn sie nicht stört“, ist Tschank überzeugt.

Eröffnung

• Donnerstag, 12. Mai, 10 Uhr: Begehung der Installation, Erklärung, Gespräche und Diskussionen mit dem Publikum und der Künstlerin
• Sonntag, 31. Juli, 11 Uhr: neue Begehung der Installation, um festzustellen, wie sich die Installation während der letzten zwei Monate verändert hat.
Eintritt frei