Erstellt am 19. Mai 2016, 06:34

von Leo Lugmayr

Ein Leben für die Kunst. Nachruf: Uwe Hauenfels verstarb am 10. Mai 49-jährig nach schwerem Leiden. Sein vielfältiges Werk bleibt der Nachwelt als Zeugnis einer einzigartigen Künstlerpersönlichkeit bestehen.

Uwe Hauenfels in seinem Atelier in der Waidhofner Messerergasse, umgeben von Werken der Serie »Unexpected Forms«.  |  NOEN, Lugmayr

Ein herausragender Künstler, ein brillanter Denker, ein unermüdlich Schaffender, ein nobler Mensch – nicht viele Menschen gibt es, auf die diese vier Postulate so zutreffen wie auf Uwe Hauenfels, geboren Pointner.

Leben in den Dienst der Kunst und seiner Familie gestellt

Der am 10. Mai verstorbene Bildhauer hatte sein Leben völlig in den Dienst der Kunst und seiner Familie gestellt. Als hätte er geahnt, dass die Zeit für sein Schaffen von beschränkter Dauer wäre, so liest sich sein dichter Ausstellungskalender im Rückblick wie ein Staccato an Positionierungen und Ereignissen.

Ob in Wien, Graz, Zagreb, im Kunstforum Winterthur in der Schweiz oder im Art-Museum Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking – stets fand er in der internationalen Kritik Beachtung und Anerkennung.

Eine Werkserie aus gestanztem Lochblech, die im Aluminiumwerk Sherbrooke, Kanada, entstand, befasst sich mit dem Abbau von Diamanten in Quebec. Seine fragilen Levitationen, zu denen er einmal meinte, dass er damit die Schwerkraft überlisten wolle, finden sich neben Metallskulpturen, wie er sie im NöART-Zyklus „Gartenkunst. Kunstgarten“ unter anderem im FeRRUM Ybbsitz zeigte, wieder.

Anerkennungspreis für Kunst erhalten

Neben Neon-Rauminstallation – unvergesslich jene in der Spitalkirche Waidhofen – waren es seine Raumzeichnungen in Metall, Holz und Lichtskulpturen, seine modularen Körper, die das Schaffen des 1991 an der Akademie der bildenden Künste in Wien diplomierten Künstlers ausmachten.

2006 verlieh ihm das Land Niederösterreich den Anerkennungspreis für Kunst. Mit Hauenfels, der maßgeblich an der Gründung des Vereins Kunstbank Ferrum beteiligt war, verliert die Kunstwelt auch einen brillanten Architekturfotografen und Kulturvernetzer. In der Galerie Jünger in Wien und in der Galerie grenzART in Hollabrunn im Rahmen von NöART bespielte Hauenfels noch im April Ausstellungen.