Erstellt am 01. Juni 2016, 05:25

von Andreas Kössl

Ein Leitfaden zum Thema Integration in Waidhofen. Waidhofen hält Ist-Zustand in Sachen Integration fest und definiert künftige Handlungsfelder und Maßnahmen.

Stadtrat Alfred Beyer, Bereichsleiter Christoph Kalteis, Integrationsbeauftragte Rosina Kerschbaumer, Anette Schawerda (NÖ Landesakademie), Irene Kerschbaumer (NÖ Regional GmbH), Stadträtin Beatrix Cmolik, Gjavit Shabanaj, Bezirksbäuerin Leopoldine Hirtenlehner und Bürgermeister Werner Krammer (v.l.) präsentierten den neuen Integrationsleitfaden der Stadt Waidhofen.  |  NOEN, Fotos: Kössl
Zu einem „Frühstück der Gegensätze“ lud die Stadt Waidhofen im Rahmen der Themenwoche „Building Bridges“ am Freitag der Vorwoche ins Rathaus. Die Bäuerinnen rund um Bezirksbäuerin Leopoldine Hirtenlehner und der Verein Mit-Menschen, allen voran Gjavit Shabanaj, zauberten gemeinsam Köstlichkeiten aus der Region, aber auch aus Albanien und Syrien auf den Frühstückstisch. Zahlreiche Besucher ließen sich diesen Gaumenschmaus nicht entgehen.

Im Rahmen dieses Frühstücks wurde auch der neue Integrationsleitfaden der Stadt Waidhofen präsentiert. Dieser wurde im Rahmen des Pilotprojekts „Zusammen.leben in NÖ – Integration in der Stadterneuerung (2015–2016)“ unter Beteiligung von Vertretern aus Politik, Verwaltung, Institutionen, Vereinen und Zivilgesellschaft erstellt. Irene Kerschbaumer von der NÖ Regional GmbH und Anette Schawerda vom Integrationsservice der NÖ Landesakademie begleiteten diesen Prozess. Vom Stadterneuerungsbeirat wurde der Integrationsleitfaden einstimmig beschlossen.

Thema Integration ganzheitlich sehen

„Ziel war es, sich mit dem Thema Integration in umfassender Form auseinanderzusetzen“, so Bürgermeister Werner Krammer. Mit dem Integrationsleitfaden seien nun Strukturen geschaffen worden, die auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren Gültigkeit haben sollen. Dennoch soll der Leitfaden kein abgeschlossenes Dokument sein, sondern immer wieder adaptiert werden. Integration wird im Leitfaden als breiter Begriff im Sinne von „einander die Hände reichen“ verstanden. „Wozu gehören alle Generationen, Menschen jeglicher Herkunft, Status, und natürlich auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen“, so der Stadtchef.

Das Thema Integration sei ganzheitlich zu sehen, sagt auch Integrationsstadträtin Beatrix Cmolik. Aufgrund der aktuellen Situation liege aber natürlich der Schwerpunkt auf der Integration von Flüchtlingen. Der Leitfaden hält einerseits den Ist-Zustand in Sachen Integration fest, indem er bereits bestehende Initiativen und Projekte, darunter auch die Themenwoche „Building Bridges“ oder das Freiwillige Integrationsjahr für Asylberechtigte, das Waidhofen als erste Stadt Österreichs anbietet, dokumentiert.

„Bei uns wird viel getan. Der Leitfaden soll auch ein Überblick sein, um alle noch besser miteinander zu vernetzen“, so Cmolik.
Andererseits werden im Leitfaden auch Handlungsfelder und Maßnahmen in Sachen Integration definiert. So sollen etwa im Rahmen des Projekts „Wohnchance NÖ“ kostengünstige Wohnungen errichtet werden, Asylberechtigte bei der Arbeitsplatzsuche unterstützt werden oder bewusstseinsbildende Maßnahmen für Flüchtlinge in Sachen Gesundheitssystem gesetzt werden.
Der Integrationsleitfaden ist auch unter www.waidhofen.at zu finden.