Erstellt am 11. November 2015, 05:02

von Andreas Kössl

Flüchtlingshilfe: „Gästehaus“ ist nun voll. Seit vergangener Woche sind es 50 Kriegsflüchtlinge, die im ehemaligen Blindenheim untergebracht sind. Vater traf in St. Georgen/Reith seine Familie wieder.

Bürgermeister Helmut Schagerl, Flüchtlingskoordinator Andreas Rautter und Betreuerin Jaqueline Meder mit den Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, dem Iran, dem Libanon und aus Albanien vor dem „Gästehaus St. Georgen“.  |  NOEN, Kössl

49 Kriegsflüchtlinge haben Ende Oktober im ehemaligen Blindenheim in St. Georgen/Reith Quartier bezogen, alle untergebrachten Flüchtlinge sind Familien. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, dem Iran, dem Libanon und aus Albanien.

Seit vergangener Woche hat man einen Bewohner mehr. Ein Familienvater, der in Kärnten gestrandet war, konnte in St. Georgen/Reith wieder mit seiner Frau und seinen Kindern, die sich bislang in einem Erstaufnahmezentrum in Niederösterreich befanden, zusammengeführt werden. Obwohl der Mann eine Verletzung am Bein hat und von den Strapazen der Flucht noch sichtlich gezeichnet ist, war die Freude groß, als man sich in St. Georgen wieder getroffen hat.

In das ehemalige Blindenerholungsheim, das nun in „Gästehaus St. Georgen“ umbenannt wurde, ist Leben eingekehrt. Der Großteil der insgesamt 25 Kinder tummelt sich am Freitagnachmittag in der Sonne. Sie fühlen sich in der neuen Bleibe sichtlich wohl. Und auch den Erwachsenen ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Sie zeigen sich dankbar über die Welle der Hilfsbereitschaft, die ihnen seitens der Bevölkerung entgegenschlägt. Koordiniert wird diese von Altbürgermeister Andreas Rautter.

Dolmetscher wird dringend gesucht

Unter dem Titel „Miteinander in St. Georgen“ haben sich drei Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten der Flüchtlingshilfe formiert. Einer davon sind Deutschkurse. Diese sollen demnächst starten. „Alle unsere Gäste wollen Deutsch lernen“, sagt Rautter. „Was wir jedoch noch dringend benötigen, sind Übersetzer für Arabisch, Farsi und Albanisch. Eine Stunde die Woche würde dabei schon reichen.“
Ebenfalls benötigt werden Hallenturnschuhe. Für die Kinder geht nämlich am 16. November die Schule los, Turnschuhe sind aber im Schulstartpaket nicht enthalten.

Gut angelaufen ist auch die Sammelaktion, die man in St. Georgen/Reith für die Flüchtlinge gestartet hat. Die Warenspenden am Gemeindeamt werden immer mehr. Derzeit dringend gebraucht werden noch Winterausstattung, Kinderspielzeug sowie verkehrstaugliche Fahrräder samt Helmen. Weitere Infos dazu unter: http://st-georgen-reith.gv.at .