Erstellt am 02. April 2016, 06:34

von Doris Schleifer-Höderl

Freude an der Bewegung. Tanzen / Tanzschulbesitzerin Angelika Lauko findet „Dancing Stars“ großartig und ist davon überzeugt, dass jeder, der möchte, auch tanzen kann. Sie leitet die Tanzschule Lauko seit 1988.

Angelika Lauko hat schon viele Paar Schuhe durchtanzt und es werden wohl noch einige folgen. Für sie ist Tanzen der ideale Sport für Jung und Alt.  |  NOEN, Doris Schleifer-Höderl

„Sendungen wie ‚Dancing Stars’ sind großartig“, meint Angelika Lauko. „Sie sind für uns Tanzschullehrer eine tolle Werbung. Nur darf man nicht vergessen, bei ,Dancing Stars’ geht’s in erster Linie um Show. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass jeder tanzen kann. Es ist eine Sache der Ausdauer, des Wollens und des Trainings.“ Andererseits müsse jeder Tanzschüler individuell nach seinem Talent gefördert werden. Da habe sich der Tanzlehrer zurückzunehmen, um nicht zu überfordern. „Klar ist aber auch, man tanzt immer nur so gut wie der jeweilige Partner. Die Chemie muss einfach stimmen. Ist diese nicht vorhanden, dann hilft das beste Training nichts.“

Freude an der Bewegung stets im Vordergrund

Anders als Dancing-Star-Juror Balázs Ekker ist Lauko davon überzeugt, dass nicht jeder Tanzschritt hundertprozentig sitzen muss, vielmehr sollte die Freude an der Bewegung stets im Vordergrund stehen. Und Bewegung ist genau das, was Angelika Lauko schon immer liebte. Bereits als Fünfjährige ist sie schon gerne mit in die Tanzschule gegangen und hat ihrem Vater beim Unterrichten fasziniert zugesehen. „Ich wusste relativ früh, dass ich einmal in seine Fußstapfen treten möchte. Zwar hätte ich mich auch fürs Turniertanzen interessiert, aber diese Glamourwelt hat auch ihre Schattenseiten. Ein Tanzpaar muss viel trainieren, ist viel unterwegs, und wenn der Tanzpartner nicht der Lebenspartner ist, kann es zu Spannungen kommen, weil das Private aufgrund des Tanzens hinten ansteht. Das wollte ich mir nicht antun und bin daher beim Unterrichten geblieben“, erzählt Lauko.

Tanzschultradition in dritter Generation

Angelika Lauko ist Volksschullehrerin und führt nun bereits in dritter Generation die Tanzschule, die ihr Großvater anno 1895 in Zagreb gründete. Ihre Eltern entschlossen sich dazu, die Tanzschultradition in Waidhofen fortzusetzen. Bereits mit 15 Jahren unterrichtete Angelika Lauko, die Ausbildung zur Tanzlehrerin absolvierte sie 1984. Vier Jahre später übernahm sie die Leitung der elterlichen Tanzschule.

Laukos Tochter Anna Margareta zeigt ebenfalls großes Interesse und Engagement am Tanz und wird vermutlich den Familienbetrieb eines Tages übernehmen. „Früher war es schon schwierig, meine beiden, sehr fordernden Berufe unter einen Hut zu bringen“, gesteht Angelika Lauko rückblickend. „Mittlerweile ist meine Tochter aus dem Haus und Balanceakte sind nicht mehr vonnöten. Zudem fühle ich mich derzeit tänzerisch ein wenig unterfordert. Anna Margareta nimmt mir in der Tanzschule schon einiges ab und so tanze ich eher weniger, beschränke mich aufs Ausbessern und Korrigieren. Das Tanzen geht mir ein bisschen ab, da muss ich schauen, wieder mehr zum Zug zu kommen“, meint Lauko schmunzelnd.

Shows wie „Dancing Stars“ tragen durchaus dazu bei, den Zusehern das Tanzen schmackhaft zu machen und wieder eine Tanzschule zu besuchen, ist Angelika Lauko überzeugt. Vor allem ältere Paare kämen gerne, um einst Gelerntes wieder aufzufrischen, und Schüler, um am ersten Ball gekonnt das Tanzbein schwingen zu können.

Brautpaare bitten um Termine

„Aber auch Brautpaare bitten um Termine, um den Hochzeitstanz so perfekt wie möglich zu gestalten. Viele haben schon ein gemeinsames Lieblingslied, nach dem sie tanzen wollen“, so die Tanzschulbesitzerin. Angelika Lauko erarbeitet mit den Paaren gerne eine dazu passende Choreografie. „Doch in einer Woche ist das nicht machbar. Zum Trainieren sollte man mindestens drei Monate vor dem eigentlichen Hochzeitstermin beginnen.“ Tanzen lernt man nun mal nicht nebenbei. Dafür könne man damit aber optimal Kalorien verbrennen. „Ich habe gelesen, dass ein Wiener Walzer genauso viel Fett verbrennt wie Holzhacken“, berichtet Lauko. Also dann – auf zum nächsten Tanzparkett!