Erstellt am 21. November 2015, 20:18

von Lisa Hofbauer

Friedrich Misof: "Hab überall mitgemacht". Der Opponitzer Amtsleiter Friedrich Misof ging mit 1. November in den Ruhestand. Mit der NÖN sprach er über seine Amtszeit, besondere Erlebnisse und seine Zukunftspläne.

Friedrich Misof war seit 1974 auf der Gemeinde tätig. In seinen 41 Jahren Tätigkeit - 29 Jahre davon als Amtsleiter - hat er keinen einzigen Tag im Krankenstand verbracht.  |  NOEN, Foto: Hofbauer

NÖN: Wie lange waren Sie jetzt im Dienst der Gemeinde tätig?
Friedrich Misof: Mein erster Arbeitstag an der Gemeinde Opponitz war der 1. Juli 1974. Seither habe ich in über 40 Jahren meinen Arbeitsplatz nie verlassen. Seit 1975 war ich Standesbeamter, 1986 wurde ich schließlich zum Amtsleiter der Gemeinde. Diese Tätigkeit übte ich 29 Jahre lang aus.

Diese Zeit war bestimmt eine sehr ereignisreiche, in der Sie auch vielen Bürgermeistern mit Rat und Tat zur Seite standen. Wie war die Zusammenarbeit mit diesen?
In meiner Zeit an der Gemeinde gab es drei Bürgermeisterwechsel. Bis 1995 war Franz Teufel Ortschef, bis 2010 Erwin Forster, von 2010 bis 2014 Leopold Hofbauer und seit Herbst 2014 nun schließlich Johann Lueger. Mit allen vier Bürgermeistern lief die Zusammenarbeit sehr gut. Es wurde immer über alles offen diskutiert und es gab eigentlich keine gröberen Probleme.

Welche Ereignisse aus Ihrer Amtszeit werden Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?
Ein besonderes Ereignis war sicher die Sanierung des Gemeindehauses. Wir mussten damals den gesamten Betrieb in das Gebäude der ehemaligen Post übersiedeln – was eine große und nicht ganz so einfache Aufgabe darstellte. Nach drei Jahren konnten wir wieder in das neu renovierte Gemeindehaus zurückübersiedeln.

Wie wird Ihnen Ihre Amtszeit in Erinnerung bleiben?
Es gab wie überall schöne und auch nicht so schöne Momente. Besonders schön war es immer, wenn irgendetwas fertiggestellt wurde – wie etwa der neue Kindergarten. Nicht so schöne Momente waren natürlich Ereignisse wie Hochwasser oder Murenabgänge, wo wir von der Gemeinde etwa zur Schadensaufnahme miteinbezogen wurden.

Wie war die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung?
Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung hat Gott sei Dank immer gut geklappt. Dass man es nicht jedem Recht machen kann, ist klar, aber im Großen und Ganzen kamen die Leute immer zu uns und nahmen unsere Hilfe in Anspruch. Das Gemeindeamt in Opponitz hat sicherlich einen guten Draht zur Bevölkerung.

In Ihrer langen Zeit als Amtsleiter haben Sie doch sicher auch viel aus dem Gemeinderat mitbekommen.
In meinen 29 Jahren als Amtsleiter habe ich keine einzige Sitzung verpasst – sei es Gemeindevorstand oder Gemeinderat. Vor meiner Zeit als Amtsleiter war ich Kassenverwalter, auch da wohnte ich manchen Sitzungen bei. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwann einmal im Krankenstand gewesen zu sein – ich habe also überall mitgemacht und daher auch vieles mitbekommen. Es war eine sehr schöne und äußerst interessante Zeit für mich.

Was waren Ihre Hauptaufgabengebiete?
Die Arbeit war vielseitig und keinesfalls eintönig, da ja in einer kleinen Gemeinde wie Opponitz alle Agenden an einem Platz und nicht in verschiedene Abteilungen aufgeteilt sind. Ich war also für ein ziemlich breites Aufgabenfeld zuständig – Bürgerservice, Bauamt, Meldewesen oder als Standesbeamter, um nur einige meiner Tätigkeiten zu nennen. Als Amtsleiter ist man das Bindeglied zwischen Personal und Politik.

Wie sehen Ihre Pläne im wohlverdienten Ruhestand aus?
Ich gehe nun den Tag etwas gemütlicher an. In meiner Freizeit möchte ich mich gerne sportlich betätigen. Außerdem werde ich mich nun vermehrt meinen Kindern und Enkelkindern widmen. Größere Pläne stehen aber nicht an.

Ihnen folgt ja Tatjana Stangl als neue Amtsleiterin nach. Was wünschen Sie ihr?
Ich wünsche ihr, dass sie ihre Position problemlos führen und ihre Arbeit zur Zufriedenheit aller meistern kann. Tatjana ist ja schon seit über zehn Jahren auf der Gemeinde tätig und hat daher schon Erfahrung und guten Kontakt zu den Bürgern. Am wichtigsten ist aber immer wieder Gesundheit, dann kann man sich den Rest leichter selber richten.