Erstellt am 09. März 2016, 05:54

von Andreas Kössl

Großbaustelle sorgt für sattes Minus. 27,2 Prozent weniger Nächtigungen in Stadt Waidhofen durch Umbau des Therapiezentrums Buchenberg.

Das Therapiezentrum Buchenberg ist Waidhofens Hauptnächtigungsbringer. Durch den Umbau brachen 2015 23.800 Nächtigungen weg.  |  NOEN, Kössl
Ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 993.581 Nächtigungen und ein Plus von 8,8 Prozent bei den Ankünften auf 396.177 weist die Tourismusbilanz des Jahres 2015 für das Mostviertel auf. Der Geschäftsführer der Mostviertel Tourismus GmbH, Andreas Purt, freut sich über die positive Bilanz: „Vor allem die NÖ Landesausstellung hat 2015 ein wesentliches Schäuflein dazu beigetragen.“

Positiv auch die Entwicklung an der Moststraße. Die Region, zu der auch die Ybbstaler Gemeinden Kematen und Allhartsberg zählen, erlebte zwischen Jänner und Dezember des Vorjahres mit 212.012 Nächtigungen und 103.665 Ankünften jeweils ein Plus von 6,8 Prozent. In der Region Kulturpark Eisenstraße-Ötscherland – mit den Gemeinden Sonntagberg, Ybbsitz, Opponitz, Hollenstein, St. Georgen/Reith und der Stadt Waidhofen – verzeichnete man im selben Zeitraum 128.046 Ankünfte, was einem Plus von 13.000 Besuchern oder 11,3 Prozent entspricht. Die Nächtigungszahlen stiegen mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 367.853 jedoch nur leicht an.

Rückgang leicht zu erklären

Schuld daran sind auch die massiven Einbußen bei den Nächtigungen, die man in der Stadt Waidhofen 2015 hinnehmen musste. Ihre Zahl sank um 27,2 Prozent von 75.060 auf 54.626. Dieser Rückgang sei bei genauerer Betrachtung jedoch leicht zu erklären, sagt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer. „Unser Hauptnächtigungsbringer, das Therapiezentrum Buchenberg, hat durch den großen Umbau 23.800 Nächtigungen weniger als 2014.“

Bei den klassischen Beherbergern habe man hingegen sogar ein Plus von 1.352 Nächtigungen. Das bedeutet eine Steigerung um 5,83 Prozent. Am stärksten fiel dieser Zuwachs in den Segmenten „Urlaub am Bauernhof“ (plus 22,8 Prozent) und Campingplätze (plus 39,3 Prozent) aus. Im Hotelbereich legte Waidhofen bei den Nächtigungen 3,9 und bei Privatzimmern und Ferienwohnungen 2,7 Prozent zu. Bereits im Jänner 2016 konnte die Stadt im klassischen Sektor wieder um 267 Nächtigungen zulegen.

Fastenhotel sorgt für Nächtigungszuwachs

Von den anderen Ybbstal-Gemeinden darf sich Ybbsitz über den höchsten Anstieg bei den Nächtigungszahlen (plus 50,6 Prozent) freuen. „Diese Steigerung dürfte auf das neue Fastenhotel in Maria Seesal zurückzuführen sein“, sagt Tourismus-Experte Purt. Zuwächse bei den Nächtigungen gibt es auch in Hollenstein (plus 23,8 Prozent). „Der stärkere Winter Anfang 2015 und das schöne Wetter im August machen sich hier bemerkbar“, so Purt. „Vor allem ungarische Gäste sind für dieses Plus verantwortlich.“ Ein sattes Minus verzeichnet man hingegen in Opponitz. Während das Fischerdorf 2014 ein Nächtigungsplus von 33,6 Prozent zu melden hatte, weist die Statistik für 2015 einen Rückgang um 36,4 Prozent auf.

Der Grund: die Revitalisierung des Kraftwerks Mirenau. „Im Grunde sind unsere Nächtigungszahlen konstant“, sagt Bürgermeister Johann Lueger. „Vergangenes Jahr hatten wir durch die Baustelle beim Kraftwerk der Wien Energie und die dadurch in der Gemeinde einquartierten Arbeiter einen Ausreißer nach oben.“ Ein Minus von 18,1 Prozent weist Sonntagberg auf. Auch hier nennt Bürgermeister Thomas Raidl den Berufstourismus als Ursache. Große Baustellen in der Gemeinde hatten das Jahr davor die Nächtigungszahlen nach oben geschraubt.

Wenig Aussagekraft hat das massive Plus, das die Statistik Allhartsberg ausweist. Hier seien erstmals über das ganze Jahr Zahlen an die Statistik übermittelt worden, erklärt Purt.

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