Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:07

von Hermann Knapp

Hanger kommt für Heuras. Landesschulratspräsident kann nicht ÖVP-Parteiobmann sein. Bezirksparteitag am 18. November.

Andreas Hanger ist der designierte neue Bezirksparteiobmann. Foto: weinfranz  |  NOEN, Franz Weingartner
Der zweite Landtagspräsident Johann Heuras wurde in der Vorwoche von Landeshauptmann Erwin Pröll zum Präsidenten des NÖ Landesschulrats bestellt. Für viele kam die Ernennung überraschend, für Heuras selbst hat sich allerdings durchaus ein Karrierewunsch erfüllt (siehe Interview Seite 6). „Mein Herz schlägt nach wie vor für den Lehrberuf und ich habe deshalb neben meiner politischen Funktion noch immer an der HTL in Waidhofen einige Stunden Geschichte und Politische Bildung unterrichtet.“ Das geht nun allerdings nicht mehr , weil es mit seiner neuen Funktion nicht vereinbar wäre.

Zurücklegen wird Heuras auch das Amt des VP-Bezirksparteiobmanns. „Ich sehe die Funktion des Landesschulratspräsidenten zwar als politische, aber nicht als parteipolitische. Das Wohl der Schüler und der Lehrer muss nun für mich an erster Stelle stehen.“

Kasser und Hinterholzer voll ausgelastet

Am Mittwochabend der Vorwoche tagte der Bezirksvorstand der ÖVP, um über die Nachfolge Heuras zu beraten. Die Wahl fiel auf Nationalrat Andreas Hanger – aus Heuras’ Sicht aus zwei Gründen. „Zum einen haben die anderen Mandatare ohnehin schon sehr viele Funktionen – Anton Kasser und Michaela Hinterholzer sind ja Bürgermeister und im Hilfswerk bzw. beim Abfallverband sehr engagiert – zum anderen war es in den letzten Jahren immer so, dass der höchste Mandatar im Bezirk dieses Amt innehatte. Vor mir war es ja Wolfgang Sobotka.“ Der Bezirksvorstand hat Andreas Hanger auch einstimmig für die Funktion des Bezirksobmanns nominiert. Am VP-Bezirksparteitag am 18. November soll er gewählt werden.

Heuras selbst zieht eine positive Bilanz seiner fünfjährigen Obmannschaft (seit Oktober 2010). „Ich habe mich bemüht, das Verbindende über das Trennende zu stellen und die Organisationen der Partei und die Bünde zu einen – und ich glaube, das ist mir gut gelungen. Wir haben auch ansehnliche Wahlergebnisse erzielt und zwei neue Bürgermeister gewonnen – in Sonntagberg und in St. Pantaleon. Aber auch inhaltlich ist viel weitergegangen – von wichtigen Verkehrsprojekten über Investitionen in Landespflegeheime bis hin zum Ausbau des Landesklinikums Mauer.“

GVV-Obmann Bürgermeister Hannes Pressl ist zufrieden mit der Personalrochade – sowohl was Andreas Hanger als neuen ÖVP-Bezirksobmann als auch Johann Heuras als neuen Landesschulratspräsidenten betrifft. „Ich denke, Hans Heuras ist mit dieser Aufgabe persönlich angekommen. Er ist mit Leib und Seele für die Lehrerschaft und für die Jugend aktiv. Als neuer Landesschulratspräsident ist er die beste Wahl, die Niederösterreich finden konnte.“ Dass Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger das Amt des VP-Bezirksobmanns übernimmt, ist für Pressl eine logische Entscheidung. „Denn er ist formell der ranghöchste ÖVP-Politiker im Bezirk und hat das Umfeld und die Wirkungsmöglichkeiten. Ich kenne ihn auch persönlich gut und halte Andreas Hanger für einen Visionär und einen Vordenker. Er ist die perfekte Wahl. Mit den Stellvertretern Michaela Hinterholzer und Anton Kasser sowie dem restlichen Vorstand haben wir das perfekte Team“, ist Pressl überzeugt.

„Hanger ist Visionär und Vordenker“

Auch für Bundesrat Andreas Pum ist Heuras der richtige Mann für die Aufgabe des Landeschulratspräsidenten. Vom designierten Bezirksparteiobmann Andreas Hanger wünscht er sich, dass dieser künftig auch im Westen des Bezirkes noch präsenter ist und pocht auf die Bedeutung des Bauernbunds im Bezirk. „Denn dieser ist eine treibende Kraft und das muss sich auch künftig in der Verantwortung der verschiedenen Aufgaben widerspiegeln.“ Die Lehrerschaft im Bezirk bewertet die Ernennung Heuras’ positiv.
 

Im Gespräch | Der designierte Parteichef Andreas Hanger über seinen Karrieresprung in der ÖVP.

NÖN: Ihre Nominierung zum neuen Bezirksparteiobmann kam überraschend. Sie hatten nicht lange Zeit, um zu überlegen, ob Sie das Amt annehmen wollen. War die Entscheidung schwierig?
Andreas Hanger: Durch die Ernennung von Johann Heuras zum Landesschulratspräsidenten wurde die Funktion vakant und man hat mich letzte Woche ganz kurzfristig gefragt, ob ich das Amt übernehmen möchte. Nach einer kurzen Bedenkzeit habe ich mich dazu bereit erklärt. Dabei ist mir sehr wichtig, dass mir der Bezirksvorstand einstimmig das Vertrauen ausgesprochen hat. Ich bitte um Verständnis, wenn ich diese Wahl noch abwarten möchte, bevor ich mich konkret dazu äußere, wie ich diese Funktion anlegen möchte. Da Amstetten einer unserer stärksten Bezirke ist, ist das für mich jedenfalls eine sehr große, aber auch sehr schöne Herausforderung, der ich mich sehr gerne stelle.

Sie sind Nationalratsabgeordneter, Obmann des ÖVP-Teilbezirks Waidhofen, Gemeinderat in Ybbsitz, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Waidhofen, Eisenstraßenobmann, beruflich Geschäftsführer der Norwin Handels GmbH sowie ehrenamtlich Geschäftsführer der Neubruck Immobilien GmbH und der Wirtschaftspark Ybbstal GmbH. Jetzt werden Sie auch noch ÖVP-Bezirksobmann. Hat Ihr Tag mehr als 24 Stunden?
Hanger: Nein, und mir ist auch klar, dass ich die eine oder andere Funktion in andere Hände werde legen müssen. Der Bezirk ist groß und als Obmann will ich natürlich präsent sein. Die Funktion des ÖVP-Teilbezirksobmanns werde ich auf alle Fälle abgeben, da müssen wir uns eine gute Nachfolgelösung überlegen. In den letzten Monaten habe ich mich sehr stark bei der NÖ Landesausstellung engagiert, die endet jetzt ja aber. Nun gilt es, mit den Ressourcen etwas hauszuhalten.

Wie gut sind Sie im Bezirk vernetzt?
Hanger: Die Kommunikation mit Bürgermeistern, Parteiobleuten und Fraktionssprechern im Bezirk war bisher immer schon sehr gut. Sie leisten großartige Arbeit und ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam viel zum Wohl des Bezirks und seiner Menschen tun können. Ich bin überzeugt, dass die Herausforderungen der Gegenwart, wie die derzeitige Flüchtlingsfrage, nur in Koordination mit den Gebietskörperschaften gemeistert werden können.