Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 18. August 2016, 05:59

von Leo Lugmayr

Audienz bei zwei Päpsten. Mit Papst-Benedikt-Marsch, Sonntagberg-Aquarell, Wuchteln und Speck reist eine Delegation der Waidhofner Jagdhornbläser zu Papst Franziskus und Altpapst Benedikt.

Jagdhornbläser Hubert Ritzinger, Johann Schnabel (Schlachtgemeinschaft Hohenlehen), Karl Piaty sen., Bürgermeister Werner Krammer und Christian Buder (v.l.) mit Mostviertler Spezialitäten für den Papst.  Foto: Magistrat  |  Magistrat

Offizielle Einladungen sowohl von Papst Franziskus als auch dem emeritierten Papst Benedikt XVI liegen vor, wenn die Waidhofner Jagdhornbläser am kommenden Montag nach Rom aufbrechen. Was Obmann Hubert Ritzinger und seinem Vorgänger Christian Buder damit gelungen ist, geht über Alltägliches weit hinaus.

Hornisten reisten nicht als einfache Pilger

„Im vergangenen Jahr spielten wir zu Maria Himmelfahrt auf Einladung von Michael Schmidtkunz vom Gut Hohenlehen in Tschechien und trafen dabei auf einen Vertreter des Heiligen Stuhls. Ihm hat die Musik so gut gefallen, dass er versprach, sich in Rom um eine Einladung zu bemühen“, erinnert sich Ritzinger.

„Zuerst waren wir uns der Sache nicht ganz sicher, erschien sie uns doch für ein Jagdhornensemble viel zu bedeutend“, sagt Buder. Als aber dann im Oktober die ersten Schreiben aus dem Büro von Papst Franziskus eintrafen, wurde man sich allmählich der Tragweite der Einladung bewusst.

Im Jänner lagen bereits die schriftlichen Einladungen sowohl des Papstes als auch seines emeritierten Vorgängers vor. Dabei reisen die Hornisten nicht als einfache Pilger nach Rom. Sie haben im Vatikan mehrere Messen musikalisch zu gestalten. Am Montag startet ihr Darbietungsprogramm in Santa Maria dell’Ani-ma, der deutschen katholischen Nationalkirche in Rom.

Uraufführung in den Vatikanischen Gärten

Dieses Aquarell von Herbert Petermandl wird Papst Franziskus überreicht.  Foto: Lugmayr  |  Leo Lugmayr, Magistrat

Am Dienstag spielen die Hornisten nach einer Rombesichtigung im Autobus des Vatikans in der Basilika Santa Maria Maggiore, einer der vier Papstbasiliken Roms, ein Hochamt. Es wird vom Kurienerzbischof der römisch-katholischen Kirche, dem Präfekten des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär Benedikts XVI, Erzbischof Georg Gänswein, zelebriert, bevor der emeritierte Papst Benedikt die Waidhofner in den Vatikanischen Gärten zu einer Privataudienz empfängt. Dabei kommt als musikalischer Höhepunkt der „Papst-Benedikt-Marsch“ zur Uraufführung, den Armeekapellmeister Anton Sollfelner komponiert hat. Die Partitur wird dabei Benedikt überreicht.

Am Mittwoch spielen die Bläser nach einer Generalaudienz bei Papst Franziskus am Petersplatz und Besichtigungen im Vatikan im Rahmen eines Empfanges der Schweizer Garde in deren Gardekapelle die Messe.

Am Abend folgt ein Galaempfang mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Kardinälen und Bischöfen, bevor in der Pfarrkirche des Vatikans, Sant’Anna in Vaticano, der Gottesdienst musikalisch gestaltet wird. Während die Jagdhornbläser mit Bürgermeister Werner Krammer, Vizebürgermeister Mario Wührer, Stadtpfarrer Herbert Döller und Reiseleiter Pater Egon Hohmann vom Stift Admont mit dem Flugzeug in die Ewige Stadt reisen, wird Michael Schmidtkunz die Instrumente mit dem Auto nach Rom bringen.

Als Grüße aus dem Ybbstal haben die Pilger Brot und Wuchteln aus der Bäckerei Piaty, Fleisch und Wurst aus Hohenlehen und ein Sonntagberg-Aquarell von Herbert Petermandl als Gastgeschenke mit. „Wir sind natürlich schon sehr aufgeregt, aber die Freude über diese einmalige Gelegenheit überwiegt“, sagen Buder und Ritzinger.