Erstellt am 22. Dezember 2015, 04:03

Heuras: „Basilika bleibt Wahrzeichen“. Johann Heuras über seine ganz persönliche Beziehung zum Sonntagberg.

»Die Renaissance des Barockjuwels wird der Region Kraft spenden«, so Johann Heuras, der amtsführende Präsident des Landesschulrats für Niederösterreich. Foto: privat  |  NOEN, privat

Als ich im September 1967 mit zehn Jahren in das Seminar „Marianum“ in Seitenstetten einzog, um vom Internat aus das Stiftsgymnasium besuchen zu können, traten der Sonntagberg und seine Basilika in mein Leben. Bis dahin war ein derartiger Berg für mich, der die ersten Lebensjahre in der Nähe der Stadt Amstetten verbrachte, beinahe etwas Exotisches und Fremdes. Als Schüler des Stiftsgymnasiums – noch dazu hatte ich den ehemaligen Sonntagberger Pater Benedikt in den Fächern Latein und Griechisch – wurde für mich der Wallfahrtsort aber rasch etwas Vertrautes. Wandertage, Ausflüge und Wallfahrten führten mich hinauf zum Wahrzeichen der Region und ließen allmählich eine Verbundenheit entstehen, auch wenn mich nicht jede Besteigung in jungen Jahren zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Nachhaltig änderte sich mein Verhältnis zum Sonntagberg, als ich mit meiner Familie nach Ertl übersiedelte, wo meine Eltern am Buchenberg in 720 Metern Seehöhe einen Bauernhof mit einzigartiger Fernsicht übernahmen. Von nun an war der Berg auf Augenhöhe vom Elternhaus sichtbar und seine lagebedingte Erhabenheit verblasste. Seine Strahlkraft lag nun nicht mehr in seiner geografischen Lage, sondern in seiner geistlichen und spirituellen Bedeutung für das Stift und die gesamte Region. Dass mir mein zu Hause in St. Peter und mein Garten den Blick auf den Sonntagberg freigeben, schafft zusätzlich Vertrautheit und Verwurzelung. Diese Eindrücke werden verstärkt durch die Tatsache, dass mit Pater Franz eine Persönlichkeit für die Pfarre Sonntagberg und die Wallfahrtskirche Verantwortung trägt, deren Wege sich mit den meinen in mehrfacher Hinsicht gekreuzt haben. Diese schönen Begegnungen und Erfahrungen schaffen Dankbarkeit und Verbundenheit.

Die Basilika war, ist und bleibt das Wahrzeichen des Mostviertels. Die derzeitigen Bemühungen und Anstrengungen für die Kirche und ihr Umfeld sollen dies gewährleisten und sind daher zu unterstützen. Die Renaissance des Barockjuwels wird der Region und ihrem Selbstbewusstsein zusätzlich Kraft spenden.