Erstellt am 04. Mai 2016, 11:46

High School Spirit 2. Ninika Schrey besucht ein halbes Jahr eine High School. Auf ybbstal.NÖN.at berichtet die HAK-Schülerin von den Vorbereitungen und ihren Erfahrungen in den USA.

 |  NOEN, Ninika Schrey

Heute möchte ich über einige Dinge in meiner High School berichten, die es so  in meiner Schule in Österreich nicht gibt und auch allgemein ein wenig über meine High School erzählen. Meine Schule heißt Helena High School. Sie ist ziemlich groß und es werden ungefähr 1700 Schüler unterrichtet. Jede High School vergibt eine Bezeichnung für seine Schüler. Wir hier sind die Bengals.

Bekleidung: Ganz anders als in meiner Schule tragen hier viele Schüler Schulpullover, Schulshirts und manche nutzen sogar Handyhüllen mit dem Schulnamen und dem Tiger (Logo der Schule) darauf. Generell zieht man das an, worauf man gerade Lust und Laune hat und nicht unbedingt, was den aktuellsten Modetrends entspricht. Das ist sehr angenehm.

Schulnoten: In den USA gibt es die Noten A (sehr gut) bis F (durchgefallen). Jede Note kann noch mit einem + oder – versehen sein. Vor dem Spring Break (Frühlingsferien) habe ich bereits ein Zeugnis erhalten: Glücklicherweise hatte ich nur A und B-Noten.

Die Schule: Die Helena High School hat viele Schuleingänge - das ganze Gebäude ist ziemlich riesig und hat mehrere große Parkplätze. Die meisten Schüler hier haben bereits einen Autoführerschein. Schon auf dem Schulweg gibt es elektronische Tafeln am Straßenrand, auf denen „Go go go go go Bengals!“ draufsteht.
Jeden Montag nach der zweiten Stunde wird durch den Lautsprecher gesprochen: „Guten Morgen, Bengals. Lasst uns gemeinsam die Pledge of Allegiance sagen!“ (das ist eine Art „Treueschwur“). Und freitags wird in den 5-Minuten-Pausen, in denen alle Schüler zur nächsten Klasse gehen, Musik gespielt (das wurde allerdings erst vor zwei Jahren in der Helena High School eingeführt).

Wie man auch oft  in den amerikanischen Filmen sieht, findet man überall in den Hallways (Fluren) die aneinander gereihten Locker (Schließfächer) der Schüler, wo man seine Sachen wegsperren kann und somit keine schweren Taschen hin- und hertragen muss. In einer Glasvitrine sieht man Fotos von den besten Football-, Basketball-, Fußballspielern und Volleyballern der Schule.

Für Sportkleidung gibt es nochmal extra Spinds. Bei den Umkleidekabinen gibt es zusätzliche Toiletten sowie eine Waschmaschine und eine Eiswürfelmaschine. Ein Becken mit Eiswasser steht bereit, um sich nach dem Sport darin abzukühlen.

Überall in der Schule verteilt gibt es außerdem viele Trinkfontänen, was ich sehr sinnvoll finde.
Meine High School hat drei Offices:

  • Main Office: Hier sitzen die Sekretäre und Buchhalter. Man geht zum Main Office, wenn man mit dem Direktor sprechen will, etwas verloren hat, Fragen hat, einen Activity-Pass kaufen will, sich neu anmeldet oder fürs nächste Schuljahr registriert, Austauschschüler ist…

  • Counselor Office: Hier findet man die Berater und die Leute, die alles überprüfen.

  • Attendence Office: Hierhin geht man, um sich auszutragen, wenn man krank ist oder wenn man aus einem bestimmten Grund nach Hause oder woanders hingehen muss.

Schulzeiten: Die Schule beginnt um 8.20 Uhr, eine angenehme Zeit! Wir haben in der Schule mehrere Pausen. In der 30-Minuten-Mittagspause können Schüler sich aufhalten, wo sie gerade wollen. Innerhalb der Schule darf man seinen Lunch überall essen, außer in der Bibliothek. Man darf den Campus auch verlassen. Da die meisten Schüler einen Autoführerschein haben, fahren manche Essen kaufen, wenn sie die Kantine nicht nutzen wollen. Eine große Wiese und mehrere kleine Gärten bieten außerhalb des Schulgebäudes in der Pause gemütliche Plätze.

Schulclubs: Die Schule bietet verschiedene Clubs, die zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden, wie zum Beispiel Schauspielclubs, Jahrbuch-Clubs, Schreibclub, Maschinenclubs, Schlüsselclub, Danceclub, Track (da bin ich!), Cheerleading, Soccer…

Meine Freundin z. B. hat am Anfang des Jahres beschlossen, einem Umweltclub beizutreten, der immer an zwei Tagen in der Lunch-Pause stattfindet.

Anerkennung: Was ich besonders toll finde: An meiner Schule kann man sogenannte Bengal Pounds bekommen! Diese Bengal Pounds werden von den Lehrern für gute Taten an bestimmte Schüler gegeben, wenn sie etwas besonders toll gemacht haben, besonders gut in einem Fach sind, sogar noch in der Pause an einem Projekt arbeiten oder für andere anerkennungswürdige Leistungen. Ich habe auch schon einmal einen Bengal Pound bekommen, dafür dass ich mich so schnell in einem anderen Land zurechtgefunden habe. Den Zettel mit dem persönlichen Bengal Pound wirft man im Main Office in einen Topf. Am Ende des Monats werden alle Bengal Pounds ausgelost und Schüler können Pullis, T-Shirts und andere schöne Dinge gewinnen.

Des weiteren gibt es auch kleine gelbe Karten mit Gutscheinen und Rabatten für manche Geschäfte und Shops, die Teenager bekommen, wenn sie gute Noten (nur As und Bs) haben. Diese Aktion wird von der Schule gesponsert. Einmal habe ich erlebt, dass mehrmals durch die Lautsprecher gesagt wurde, dass es an diesem Tag kostenloses Mittagessen gibt. Natürlich habe ich diese Chance genutzt und mit meiner Freundin Pizza, einen Apfel und Kakao genossen.

Schließlich gibt es auch noch die National Honor Society Awards für die Schüler, die besonders gut in den sogenannten Honor-Klassen sind. Ich durfte dabei sein, als vielen Schüler eine Urkunde für ihre sehr guten Leistungen erhielten. Es wurden auch Zuschüsse für College-Students bis zu 3.000 $ ausgelost. Alles in allem verläuft der Schulalltag hier sehr locker und unkompliziert, was mir sehr gefällt. Meiner Meinung nach leistet die Schule sehr viel für ihre Bengals und ich fühle mich hier wirklich sehr wohl!