Erstellt am 06. November 2015, 05:07

von Markus Huebmer

Straßensperre wegen Fütterung der Tiere. Die kalten Monate über ernährt sich Wild aus einer Futterstelle. Zugang zu Forststraße in Seeau damit nicht möglich.

In die Seeau führt eine Forststraße, die von der Landesstraße L 6180 abzweigt – am Bild rechts. In den Wintermonaten ist die Straße wegen der Wildfütterung behördlich gesperrt.  |  NOEN, Huebmer

Zum Schutz des Wildes wird, wie in vielen Forsten, auch in der Seeau eine Winterfütterung durchgeführt. Die Gegend im Gemeindegebiet von Hollenstein ist, vom Hammerbachtal ausgehend, durch eine Forststraße erschlossen. In der warmen Jahreshälfte nutzen Erholungssuchende und Sporttreibende den Zugang zur Seeau zu ausgedehnten Spaziergängen und Hikingrouten.

Mit 20. Oktober wurde, so wie bereits in den Vorjahren auch, die Straße aufgrund der Wildfütterung so gut wie gesperrt – ein Durchgang ist somit nicht mehr möglich. Die Sperre wird witterungsabhängig längstens bis 30. April 2016 aufrecht sein.

Jagdausübungsberechtigt sind in diesem Gebiet die Österreichischen Bundesforste (Öbf). „Die Forststraße wird nicht direkt gesperrt, sondern nur der vorgeschriebene Umkreis der Fütterung “, heißt es vonseiten der Öbf. Die Wildfütterung sei behördlich genehmigt. Das Landesjagdgesetz schreibe vor, dass das Gebiet im Umkreis von 200 Metern um die Fütterungsstelle in der sogenannten Notzeit als jagdliches Sperrgebiet ausgewiesen wird.

Suche nach alternativen Wegen vergebens

Paul Egger, der im Frühjahr bereits auf die Problematik aufmerksam gemacht hatte, beklagt, dass Wanderer in den Wintermonaten so gut wie vor verschlossenen Türen stehen, wenn sie in die Seeau spazieren möchten. Im Sommer habe er versucht, mehrere alternative Wege zu finden – jedoch vergebens.

Im August dieses Jahres tat sich ein weiteres Problemfeld auf. Im Seeaubach trat stärkeres Algenwachstum auf (die NÖN berichtete). Paul Egger sieht hier einen Zusammenhang zur Wildtierfütterung: „Es werden viele Futtermittel und damit große Nährstoffmengen in die sensible Region eingebracht. Das Wild bleibt im Wesentlichen im unmittelbaren Bereich der Fütterung und damit fallen die Nährstoffe konzentriert an. Der erhöhte Nährstoffeintrag in die Gewässer und die hohen Temperaturen im Sommer haben dieses massive Algenwachstum bewirkt“, befindet Egger.

Im Wildtier-Fütterungsbereich käme es zwangsläufig zu einem erhöhten Nährstoffeintrag, so die Öbf. Ein Zusammenhang mit der Algenbildung sei nicht gegeben, denn das Algenwachstum wäre nicht nur im Seeaubach, sondern auch in vielen anderen Gewässern zu beobachten gewesen.
Bürgermeister Manfred Gruber führt die Algenproblematik auf die hohen Lufttemperaturen dieses Sommers zurück. Die Messstelle des Landes habe in Hollenstein an rund drei Dutzend Tagen über 30 Grad Lufttemperatur gemessen.