Erstellt am 08. Dezember 2015, 02:43

von Doris Schleifer-Höderl

Im Weihnachtsparadies von Josefa Bayer. Weihnachten ohne Keksebacken wäre für Josefa Bayer aus Kematen nicht denkbar. An die 30 Kilo und 25 Sorten entstehen in der Küche der Kematener Bäuerin.

Josefa Bayer  |  NOEN, zVg

"Kekse backen zu Weihnachten hatte schon bei meiner Mutter Tradition und ich setze sie nun fort“, erklärt Josefa Bayer der NÖN. Auch ihre Töchter und die Schwiegertochter hat die 58-jährige pensionierte Landwirtin mit ihrer Kekserl-Affinität bereits angesteckt. „Seit zwei Jahren backe ich auch schon mit meinen Enkerln. Da haben wir alle viel Freude und Spaß daran. Genascht wird natürlich auch ausgiebig, weil das nun mal dazu gehört.“

Die siebenfache Mutter und zwölffache Oma frönt der vorweihnachtlichen Backambition in dieser Intensität bereits seit sie 1979 auf den Stier- und Schweinemastbetrieb Klein Vierleiten einheiratete. „Mein Mann liebt die Bäckerei natürlich auch“, so Bayer.

Startschuss bereits Mitte November

An die 25 Sorten – von Vanillekipferl über Kakaoringe und Schokocremetörtchen bis hin zu Lebkuchen, Kokoskuppeln, Pfefferminztaler und Windringen – bäckt Josefa Bayer. Bereits Mitte November beginnt sie damit. „Zum Nikolaus werden dann die ersten Kekse gegessen, da kommt nämlich die ganze Familie zusammen. Bis Weihnachten ist dann der letzte Keks verspeist, aber so soll es auch sein.“

Wenn einem Josefa Bayer einen Teller mit ihren Köstlichkeiten kredenzt, weiß man gar nicht, wo man zu kosten beginnen und wo man letztendlich damit aufhören soll. „Auch das muss so sein“, meint sie schmunzelnd. „Ich selber koste beim Backen nie. Erst zum Kaffee gönne ich mir dann den Genuss.“ Und welche Kekse hat die sympathische Landwirtin am liebsten? „Schokobrezeln und Schokocremetörtchen, die habe ich schon als kleines Mädel am liebsten gehabt.“

Überhaupt bäckt Frau Bayer überwiegend nach alten, hergebrachten Rezepten. „Neumodisches mag ich nicht besonders. Ich liebe es eben traditionell.“

Ein Stück unseres Kulturguts

Schade findet sie es, dass immer weniger Frauen heute dem alten Brauch des Weihnachtskeksebackens noch nachgehen. „Man nimmt sich leider oft keine Zeit dazu. Dabei wäre es so wichtig, dass man diese Tradition, die letztendlich zu unserem Kulturgut gehört, an die nachfolgenden Generationen weitergibt. Selbstgemachtes schmeckt eben anders als Gekauftes.“

Oft wird Josefa Bayer auch gefragt, ob sie die einen oder anderen Kekse nicht doch zugekauft hat, weil sie so „professionell“ aussehen. „Da kann ich mit ruhigem Gewissen verneinen, bei mir ist alles ‚made by Josefa‘. Auch beim Keksebacken macht halt die Übung die Meisterin“, sagt sie, genehmigt sich verschmitzt ein Schokobrezerl und steht schon wieder inmitten ihres Weihnachtskekse-Paradieses, um für Nachschub zu sorgen.